Welches Tier ist das gefährlichste in Deutschland? Machen wir ein kleines Quiz – was glauben Sie? Könnte es der Wolf sein, der sich in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebreitet hat? Ist es das Wildschwein, das vor allem in Kombination mit dem eigenen Nachwuchs gefährlich werden kann? Oder die Kreuzotter, eine Giftschlange, die auch in unseren Breiten vor allem im Sommer häufig anzutreffen ist? Nichts von alledem. Glaubt man einem Experten, ist das gefährlichste Tier in Deutschland viel kleiner – und es wird von vielen unterschätzt!
Welches Tier ist das gefährlichste in Deutschland?
Das gefährlichste Tier in Deutschland ist nicht groß, aber dafür allgegenwärtig. Zumindest, wenn man dem Zoologen Mario Ludwig glaubt. Gegenüber t-online verriet er, dass es, gemessen an den gezählten jährlichen Todesfällen, Wespen und Bienen sind! „Die meisten Todesfälle hierzulande gibt es nach Wespen- oder Bienenstichen“, sagte er im Interview. „Die allergischen Reaktionen, die durch das injizierte Gift hervorgerufen werden, töten in Deutschland pro Jahr etwa 20 Menschen.“
Tatsächlich gehen Mediziner davon aus, dass rund 3,5 Prozent der Bevölkerung mit einer sogenannten „systemischen Reaktion“ auf die Stiche von Wespen oder Bienen reagieren. „Systemische Reaktion“ bedeutet: Der Organismus reagiert auf das beim Stich abgesonderte Gift.
Die Herzfrequenz steigt an, es kann zu Atemnot kommen, Übelkeit mit Erbrechen und Krämpfe sind möglich. Der Kreislaufstillstand kann die Folge sein. Zu solch heftigen Reaktionen kommt es meist innerhalb der ersten zwei Stunden nach dem Stich, es kann aber auch wesentlich später passieren.

Immer wieder machten Tote durch Wespenstiche in den vergangenen Jahren Schlagzeilen. So starb in Österreich ein 57 Jahre alter Mann nach einem Stich. Er hatte einen Schluck aus einer Flasche genommen und dabei nicht bemerkt, dass sich eines der Insekten in der Flasche befand. Die Wespe stach ihn am Gaumen, sein Hals schwoll zu. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.
Erst Tage zuvor hatte ein anderer Mann auf einen Wespenstich allergisch reagiert, war daran gestorben. Auch in Berlin starb schon ein Mann nach einem Wespenstich, nachdem ihn ein Insekt in den Fuß gestochen hatte und er auf das Gift allergisch reagierte.

Mit Wespen sollte man es sich auf jeden Fall nicht verscherzen – und das geht schneller als gedacht. Die Insekten sollten beispielsweise nicht angepustet werden, denn das Kohlendioxid in der Ausatemluft reizt sie. Die Tiere fühlen sich angegriffen und gehen gegebenenfalls zur Gegenattacke über.
Auch hektische Bewegungen können als Angriff ausgelegt werden und dafür sorgen, dass sie in den Verteidigungsmodus übergehen. Und: Wespen unter Stress stoßen einen Stoff aus, der Artgenossen alarmiert und anlockt. Wer einzelne Wespen tötet, hat deshalb schnell Besuch von Gleichgesinnten, die angriffslustig drauf sind.
Auch Zecken sind kleine und gefährliche Tiere
Übrigens: Es gibt auch andere Insekten, die unerwartet zu den gefährlichen gehören, wenn man die Opferzahlen zugrunde legt. Laut dem Zoologen Ludwig hat auch die Zecke einen Platz auf der Rangliste verdient. „Krankheiten wie Borreliose oder FSME werden durch Zeckenstiche ausgelöst. Sie können Hirnhautentzündungen auslösen und tödlich enden“, sagte er dem Portal. Er geht von 300 Erkrankten und bis zu fünf Todesfällen im Jahr aus.
Zwar gibt es in Deutschland noch andere gefährliche Tiere, etwa die Kreuzotter oder den Fisch „Petermännchen“. „Aber Zusammenstöße mit dem Menschen treten selten auf und Todesfälle sind in den letzten Jahren schon gar keine bekannt geworden“, sagte der Experte.


