Stellen Sie sich vor, Sie schlafen gemütlich auf der Veranda – und werden plötzlich von einem Leoparden gepackt und in den nächsten Wald geschleift. Klingt wie im Horrorfilm, ist in Indien jetzt aber wirklich passiert. Das Opfer, ein 88 Jahre alter Mann, wollte eigentlich nur ein Nickerchen machen, das für ihn tödlich endete. Denn vom brutalen Angriff der Großkatze erholte er sich nicht.
88-Jähriger schlief, da griff der Leopard an
Der schreckliche Vorfall ereignete sich im Bezirk Bahraich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Ein 88 Jahre alter Mann schlief hier auf seiner Veranda – und wurde plötzlich von einem Leoparden angegriffen. Ram Yadav merkte nicht, wie sich die Raubkatze langsam an sein Grundstück heranschlich. Der Leopard fiel über den Senior her, packte ihn und schleifte ihn 500 Meter weit bis zum nächsten Wald.
Laut Augenzeugenberichten soll der 88-Jährige verzweifelt um sein Leben geschrien haben. Der Lärm alarmierte seine Angehörigen. Sie kamen aus dem Haus geeilt, bewaffneten sich mit Stöcken und wollten das Tier in die Flucht schlagen.
Das funktionierte auch: Der Leopard ließ von Ram Yadav ab und floh in den Wald. Allerdings hatte der Senior aus Indien durch den Angriff sehr schwere Verletzungen davongetragen, weil der Leopard ihn unter anderem am Hals gepackt hatte.

Mitarbeiter der Forstbehörde und der Rettungsdienst wurden alarmiert, Ram Yadav wurde in ein nahe gelegenes Gesundheitszentrum gebracht. Sein Zustand wurde als so kritisch eingeschätzt, dass man ihn in ein Krankenhaus bringen wollte. Dort konnten die Ärzte aber nur noch seinen Tod feststellen.
Die Forstbehörde leitete sofort eine Jagd auf den Leoparden ein. Außerdem verstärkte man in der betroffenen Region Patrouillen. „Es wird alles Menschenmögliche getan, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt“, sagte Apoorva Dixit von der Forstbehörde.
Angriffe auf Menschen sind vergleichsweise selten
Leoparden gelten als äußerst anpassungsfähige und geschickte Raubtiere. Sie leben in weiten Teilen Afrikas und Asiens und können sowohl in dichten Wäldern als auch in Savannen, Gebirgen und sogar in der Nähe menschlicher Siedlungen überleben. Normalerweise meiden Leoparden Menschen und gehen Begegnungen aus dem Weg. Angriffe auf Menschen sind deshalb vergleichsweise selten.

Ihre Beute besteht vor allem aus mittelgroßen bis kleinen Säugetieren wie Hirschen, Antilopen, Wildschweinen, Affen, Hasen oder Nagetieren. Leoparden sind Einzeljäger und vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Sie nähern sich ihrer Beute lautlos an und nutzen Deckung, um sich möglichst unbemerkt bis auf wenige Meter heranzuschleichen. Dann erfolgt ein kurzer, explosiver Sprint mit einem gezielten Sprung. Meist töten sie ihre Beute mit einem Biss in Kehle oder Nacken.
Leoparden schleppen ihre Beute oft auf Bäume
Berühmt sind Leoparden dafür, erlegte Tiere auf Bäume zu ziehen. So schützen sie ihre Beute vor Konkurrenten wie Löwen, Hyänen oder Wildhunden. Obwohl Menschen nicht zu ihrem natürlichen Beuteschema gehören, kann es in Ausnahmefällen zu Angriffen kommen – etwa wenn Leoparden verletzt, alt, überrascht oder an die Nähe von Menschen gewöhnt sind. Besonders dort, wo Lebensräume schrumpfen und Wildbeute knapp wird, steigt das Risiko von Konflikten zwischen Mensch und Raubkatze. Insgesamt bleiben Leoparden jedoch scheue Jäger, deren natürliche Beute fast immer Wildtiere sind.

