Haben Sie schon mal einen Schatz gefunden? Nein? Viele träumen davon, doch nur den wenigsten ist es wirklich vergönnt. Einem Mann aus Italien ist es jetzt gelungen, doch statt großer Freude gibt es ein riesiges Problem: Er kaufte sich ein Haus und entdeckte in einer der Wände eine Millionensumme. Dumm nur: Es handelt sich um Millionen Lire – die Währung Lira gab es in Italien bis zur Euro-Umstellung. Nun ist fraglich, ob der glückliche Millionen-Finder das Geld überhaupt noch umtauschen kann, laut Bank ist es wertloses Papier.
Mann findet mehr als 135 Millionen Lire in Hauswand
Ein Haus gekauft – und plötzlich reicher als zuvor? Das hört sich nach einem echten Märchen an. Doch so einfach ist es im Fall des italienischen Hausbesitzers leider nicht. Der Mann entdeckte in einer der Wände seines Hauses während der Renovierungsarbeiten hinter einer Wand eine riesige Geldsumme: 1354 Banknoten zu je 100.000 Lire steckten hier fein säuberlich in Dosen – insgesamt 135.400.000 Lire, also umgerechnet knapp 70.000 Euro.
„Sie waren fest in die Dosen gepresst, hervorragend aufbewahrt und kaum abgenutzt“, sagte er der italienischen Zeitung Il Fatto Quotidiano, die über den kuriosen Fall von der Insel Sizilien berichtete.
Der Mann, dessen echter Name nicht genannt wird, hatte das verfallene Haus demnach schon im März gekauft. Die Immobilie sei jahrelang ungenutzt gewesen. Erst in den vergangenen Wochen startete er mit den Renovierungsarbeiten, bei denen er auf die Dosen stieß. „Als ich sie sah, dachte ich sofort, dass Geld darin sein könnte“, sagte er. „Gleichzeitig war ich enttäuscht, weil das Haus schon so lange leer steht und ich befürchtete, das Geld nicht mehr umtauschen zu können.“

Als er die Banknoten sah, sei er sprachlos gewesen. „Jemand, der nach dem Jahr 2000 geboren wurde, hätte vielleicht nicht dasselbe Gefühl. Aber ich erinnere mich noch gut an die Lira und daran, welche Bedeutung diese Währung hatte.“ Damals habe sein Vater noch mit 100.000 Lire den Einkauf für einen ganzen Monat bezahlen können. „Als Jugendlicher habe ich selbst für 50.000 Lire pro Woche gearbeitet. So viel Geld auf einmal habe ich noch nie in meinem Leben gesehen.“
Bank nennt Millionen-Schatz nur wertloses Papier
Das Problem: Von der Bank erfuhr er, dass die Frist für den Umtausch der Lira am 28. Februar 2012 abgelaufen ist. „Man antwortete mir, dass die Banknoten nur noch wertloses Papier seien“, sagte er. Er wandte sich deshalb an eine Organisation, die bereits ähnliche Fälle begleitet hatte: Die Associazione Italia hatte unter anderem einer Frau geholfen, nachdem sie 90 Millionen Lire gefunden hatte.

Ein Anwalt der Organisation sagte in dem Zusammenhang, dass es in Italien noch einen regelrechten Schatz gebe. „Menschen entdecken immer wieder Münzen, Banknoten, Postsparbriefe oder Staatsanleihen.“
Anwälte wollen den Umtausch juristisch durchboxen
Der juristische Kniff: Die Anwälte berufen sich auf ein Gesetz, das festlegt, dass die Verjährung erst in dem Moment beginnt, wenn die betroffene Person ihr Recht ausüben kann. Festgelegt sei das in Artikel 2935 des Zivilgesetzbuchs.


