Brisante Zeugenaussagen

Fabian aus Güstrow: Mama Dorina verzweifelt! Wird ihre größte Frage beantwortet?

Warum alarmierten Zeugen trotz Leichenfund nicht die Polizei? Im Mordfall Fabian hofft die Mutter auf Antworten beim nächsten Prozesstag.

Author - Florian Thalmann
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Fabians Mama Dorina L. nimmt aktuell wieder am Prozess teil. Sie will die Aussagen der Zeugen, die von Gina H. zu Fabians Leiche geführt wurden, nicht verpassen.
Fabians Mama Dorina L. nimmt aktuell wieder am Prozess teil. Sie will die Aussagen der Zeugen, die von Gina H. zu Fabians Leiche geführt wurden, nicht verpassen.Bernd Wüstneck/dpa

Der Prozess im Mordfall Fabian aus Güstrow: Nach der Verhandlung am vergangenen Freitag steht am Dienstag der nächste Prozesstag an. Zum zweiten Mal wird eine Zeugenaussage mit Spannung erwartet: Wieder soll ein Zeuge aussagen, der mit der Angeklagten Gina H. am Fundort von Fabians Leiche gewesen sein soll. Schon am Freitag wurde ein Bekannter von Gina H. vernommen, den sie schon vor dem offiziellen Fund zu Fabians Leiche führte. Die größte Frage von Fabians Mama Dorina blieb trotzdem vorerst unbeantwortet.

Fabians Mama Dorina L. nimmt wieder am Prozess teil

Die Mutter des getöteten Fabian aus Güstrow hatte schon im Vorfeld gesagt, dass sie die Vernehmungen der Zeugen aus dem Umfeld von Gina H. auf keinen Fall verpassen wollte. Dorina L. wollte hören, was die Menschen zu sagen haben, die von Gina H. angeblich schon vorher zur Leiche ihres Sohnes geführt wurden. Nachdem Dorina L. mehrere Tage nicht vor Gericht erschien, weil während der Verhandlungen auch Bilder vom Tatort und von Fabians Leiche gezeigt werden mussten, kam sie in dieser Woche nun wieder zum Prozess – für eben jene Zeugenaussagen.

Im Interview mit dem YouTube-Kanal „Jens fragt nach“ sagte Dorina L. nach dem zehnten Prozesstag, sie werde auch an den kommenden Verhandlungstagen Begleitung durch eine Seelsorgerin bekommen. „Weil dort die Zeugen gehört werden, die sie dort runtergeführt hat. Und ich möchte da meine Frage beantwortet bekommen, wieso sie die Polizei nicht gerufen haben.“

Das sei für sie eine ganz wichtige Frage, die sie sich nicht erklären könne. „Ich rufe doch in so einer Situation die Polizei! Das ist zumindest mein Denken. Und ich möchte verstehen können, warum die Zeugen das nicht getan haben. Deswegen möchte ich dabei sein.“

Die Angeklagte Gina H. bei der Verhandlung am Freitag vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, den acht Jahre alten Fabian aus Güstrow getötet zu haben.
Die Angeklagte Gina H. bei der Verhandlung am Freitag vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, den acht Jahre alten Fabian aus Güstrow getötet zu haben.Bernd Wüstneck/dpa

Warum riefen die Zeugen nicht die Polizei? Das bleibt bisher nebulös. Etwa bei Christian D.: Der Bekannte von Gina H. berichtete bei der Verhandlung am Freitag, dass die Angeklagte ihm am 13. Oktober 2025 vorschlug, auf dem Feld nahe des Tümpels nach Fabian zu suchen.

Der Grund: Christian D. ist Jäger, besaß demnach eine Wärmebildkamera, die zum Einsatz kommen sollte. Die Suche auf dem Feld rechtfertigte sie damit, dass sie dort mit Fabian und ihrem eigenen Kind einmal Schlitten gefahren sei. Dass die Gegend zum Rodeln ungeeignet ist und Fabian keine Chance gehabt hätte, überhaupt allein dorthin zu gelangen, hinterfragte D. nicht.

So führte Gina H. den Zeugen zur Leiche von Fabian

In der Dunkelheit kamen sie auf dem Areal an, Gina H. wollte an einem der Tümpel suchen und führte ihren Bekannten dorthin. Vor Ort entdeckten sie etwas Schwarzes, das Christian D. für alte Rohre hielt. „Ich konnte nicht genau sehen, was es ist, wo ich heute noch froh drüber bin.“ Doch Gina sagte laut seiner Aussage, dass es die Leiche von Fabian sei. Nach dem Fund seien sie zurück zum Auto gegangen und wieder nach Hause gefahren. Die Polizei alarmierten sie zunächst nicht.

Und warum nicht? Das ist die zentrale Frage bei der Verhandlung im Fall Fabian aus Güstrow. Der Fund von Fabians Leiche sei ein Schock für ihn gewesen, weil er selbst Kinder in dem Alter habe, sagte Christian D. Auch der Vorsitzende Richter zeigte sich von der Entscheidung irritiert, fragte bei der Vernehmung: „Die ganze Welt sucht nach Fabian. Den Grund Ihrer Suche finden Sie – und mit der Information fangen Sie nichts an?“ D. sagte daraufhin, dass er nicht damit gerechnet habe, etwas zu finden.

Fabians Mama Dorina L. mit ihrer Anwältin Christine Habetha vor Gericht. Die Mutter des getöteten Jungen tritt als Nebenklägerin im Prozess auf.
Fabians Mama Dorina L. mit ihrer Anwältin Christine Habetha vor Gericht. Die Mutter des getöteten Jungen tritt als Nebenklägerin im Prozess auf.Bernd Wüstneck/dpa

Im Auto hätten die beiden noch diskutiert. Gina H. war es, die die Polizei rufen wollte. „Und was wollen wir denen erzählen, dass wir mitten in der Nacht Fabian gefunden haben“, fragte D. daraufhin. Er habe auch nicht mit reingezogen werden wollen, weil ihm alles zu gruselig vorgekommen sei. „Das werfe ich mir heute noch vor.“ Zu Hause verabschiedeten er und Gina H. sich. Dann saß er lange in seiner Wohnung und starrte ins Leere. „Ich habe gegrübelt, was man jetzt macht und was da eigentlich passiert ist.“

Fall Fabian: Zeuge informierte nicht die Polizei

Doch er unternahm nichts. Alarmierte nicht die Behörden. Warum? Die Antwort bleibt der Zeuge Fabians Mama Dorina schuldigt. Ob sie ihre Antwort am kommenden Dienstag bekommen? Da wird wieder ein Zeuge vernommen, der zusammen mit Gina H. am Fundort der Leiche war. Die Verhandlung beginnt um 9.30 Uhr. Welche neuen Details über Gina H. und den Fund von Fabians Leiche dann ans Tageslicht kommen und ob sie die Angeklagte weiter belasten, wird sich dann zeigen.

Fabians Leiche wurde am Tag nach dem nächtlichen Ausflug gefunden – Gina H. war es, die am Ende die Polizei alarmierte. Die Ermittlungen begannen. Gina H. wurde erst Wochen später festgenommen, seit dem 7. November sitzt sie in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, Fabian am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet und seine Leiche anschließend verbrannt zu haben.

Nach dem Fund der Leiche untersuchte die Polizei den Tatort. Gina H. führte einen bekannten aber schon am Tag vor dem Leichenfund zu dem Tümpel.
Nach dem Fund der Leiche untersuchte die Polizei den Tatort. Gina H. führte einen bekannten aber schon am Tag vor dem Leichenfund zu dem Tümpel.Bernd Wüstneck/dpa

Fall Fabian: Für Gina H. gilt die Unschuldsvermutung

Für die 30-Jährige gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung. Christian D. brach kurz nach dem Ausflug mit Gina H. den Kontakt zu ihr ab. Der Grund: Er habe sich benutzt gefühlt – und das Gefühl gehabt, dass ihr Besuch beim Tümpel einen Grund hatte. Er habe ihr gesagt, sie solle ihn in Ruhe lassen.

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