Mit jedem neuen Prozesstag im Verfahren um den Mord an Fabian aus Güstrow kommen neue Beweise und Details ans Licht. Prozessbeobachter fragen sich: Wo führt das alles hin? Für Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., scheint die Lage klar: Die Schlinge um die Angeklagte Gina H. zieht sich immer weiter zu, sagte sie jetzt im Interview. Auch am vergangenen Prozesstag hat das Gericht diesbezüglich Fortschritte gemacht. Wird die Tatverdächtige im Fall Fabian bald vollständig überführt?
Dieser Zeuge wird am Freitag im Fall Fabian vernommen
Am Dienstag wurde im Fall Fabian aus Güstrow das letzte Mal verhandelt – der nächste Termin ist für den Freitag geplant. Es dürfte ein besonders spannender Tag werden. So spannend, dass die Verhandlung in den großen Saal des Landgerichtes in Rostock verlegt wurde. Der Grund: Um 9.30 Uhr wird ein Zeuge erwartet, „der als Erster mit der Angeklagten am Fundort gewesen sein soll“, teilte das Gericht vorab mit. Was er zu berichten hat, dürfte auch Fabians Mama Dorina L., die nach mehreren Tagen Pause aktuell wieder an den Verhandlungen teilnimmt, interessieren.
Auch der letzte Verhandlungstag hat neue Erkenntnisse gebracht für den Fall Fabian aus Güstrow. Erkenntnisse, die auch der Anwältin von Fabians Mutter wieder ein klares Statement entlocken. Dorina L. nimmt als Nebenklägerin an dem Verfahren teil, wird von Christine Habetha vertreten.
„Die Schlinge zieht sich immer mehr zu, wie man so sagt“, sagte Habetha im Interview mit „Jens fragt nach“. „Die Indizien bilden eine Kette, in deren Ergebnis die Täterin überführt wird.“

Vor allem die Suche nach Fabian wurde vor Gericht ausführlich beleuchtet. Als besonders absurd bewertet Habetha die Suche auf dem Acker, wo die Leiche von Fabian gefunden wurde. Dort hätte man, so die Gesamteinschätzung, ein Kind niemals vermutet. „Der Zeuge, der am Freitag gehört wird, ist ja zielgerichtet in mehreren Nachrichten darauf vorbereitet worden, diesen Acker aufzusuchen“, sagt die Anwältin.
Warum brachte Gina H. den Acker ins Gespräch?
Die Angeklagte Gina H. habe den Acker gegenüber dem Zeugen „mit erheblicher Dringlichkeit“ ins Spiel gebracht, sagt Habetha. „Vorher hatte sie noch behauptet: Nein, der Junge war niemals hier in Wäldern oder der Umgebung – was ja auch zutreffend ist und im späteren Verlauf durch weitere Zeugen gesagt wird.“ Warum also bestand Gina H. darauf, auf dem besagten Acker nach dem kleinen Fabian aus Güstrow zu suchen, wenn der Junge angeblich nie dort war? Genau diese Frage muss nun auch vor Gericht geklärt werden.

Fabians Mama Dorina L. wird auch am Freitag am Prozess teilnehmen – Habetha hatte bereits angekündigt, dass sie die Aussagen der Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld von Gina H. unbedingt hören wolle. Auch wenn es vor Gericht nimmer schwierig sei.
„Es ist eine komplizierte Situation. Man schaut nach gegenüber – und vis-à-vis sitzen zwei Verteidiger und eine munter scherzende Angeklagte, die sich scheinbar völlig desinteressiert dem Geschehen überhaupt nicht zuwendet, die auch offenkundig überhaupt nicht zuhört. Das zeuge von Überheblichkeit, Ignoranz, auch den Belangen meiner Mandantin gegenüber.“
Fabians Mama Dorina immer wütender auf Gina H.
Fabians Mutter hatte im Interview bereits gesagt, dass ihre Wut auf Gina H. immer mehr wächst. „Heute kam ganz doll die Wut hoch – und immer mehr das Bedürfnis, sie einfach nur anzuschreien“, sagte sie nach dem letzten Verhandlungstag. Das lasse sie aber natürlich nicht raus. „Es geht nun mal um Fabian und nicht darum, was ich gerade denke. Ich möchte, dass es aufgeklärt wird.“ Das Verhalten von Gina H. mache sie allerdings sprachlos. „Sie kritzelt da rum, legt sich da auch in den Sitz rein … es macht mich nur noch wütend.“


