Über Wochen hat der Fall Fabian ganz Deutschland beschäftigt. Warum musste der acht Jahre alte Junge aus Güstrow sterben, wer hat ihn getötet? Und wer bringt es übers Herz, ein Kind an einem Tümpel mitten auf einem Feld zu ermorden und seine Leiche dann zu verbrennen? Nun sitzt Gina H. vor Gericht, die 30 Jahre alte Ex-Freundin von Fabians Vater. Sie ist die Hauptverdächtige in dem Mordfall, der Prozess soll die Wahrheit ans Licht bringen. Zumindest ein Geheimnis des Mordes an Fabian ist jetzt gelöst: Eine Zeugin sagte zu dem Grusel-Foto aus, das die Verbrennung von Fabians Leiche zeigt!
Foto zeigt, wie Leiche von Fabian aus Güstrow verbrennt
Schon kurz nach dem Fund der Leiche von Fabian aus Güstrow wurde klar, dass der Körper des kleinen Jungen verbrannt wurde. Am Fundort der Leiche, dem Ufer eines Tümpels bei Klein Upahl, war verbranntes Gras zu sehen – nach der Verkündung durch die Ermittler wurde es traurige Gewissheit. Wer tut einem wehrlosen Kind so etwas an?
Diese Frage soll nun auch vor Gericht geklärt werden. Bizarr: Vom Moment, in dem Fabian verbrannte, gibt es sogar ein Foto. Es wurde einige Zeit nach dem Fund der Leiche von den Ermittlern in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gezeigt.
Darauf zu sehen ist der Tümpel in der Nähe von Klein Upahl, mitten in der Natur. Eine Senke, ringsherum wachsen Büsche. Und an einer Stelle lodert hell ein Brand, der wie ein kleines Lagerfeuer aussieht. Rauch steigt in die Luft. Es sieht harmlos aus – doch wer weiß, was hier passiert ist, findet das Bild gleich viel gruseliger. Aufgenommen wurde das Bild von einer Zeugin, die jetzt auch vor Gericht im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow aussagte. Es handelt sich um eine 38 Jahre alte Anwohnerin, die ganz in der Nähe wohnt, auf ihrem Grundstück sieben Pferde hält.

An jenem Tag habe sie eines der Pferde geputzt und sei dann mit dem Tier zu Fuß eine Runde gelaufen. Es ging über einen Feldweg, am besagten Tümpel vorbei und dann in den Wald, um dort zu reiten. Als sie am Tümpel vorbeiging, sah sie das Feuer.
Sie machte drei Bilder davon, wobei es sich um Live-Bilder handelte, also kurze Videoaufzeichnungen. Sie dachte sich aber erst nichts dabei. „In meiner Erinnerung war der Tümpel vorher komplett zugewuchert. Das sah aus, als hätte jemand das Schilf runtergebrannt“, sagte die Zeugin vor Gericht.
So entstanden die Feuer-Bilder vom Todes-Tümpel
Die Fotos habe sie gemacht, weil sie wissen wollte, warum es dort brannte – sie habe die Bilder ihrem Partner schicken wollen. Als sie später aus dem Wald zurückkehrte, habe das Feuer nicht mehr gebrannt. Was sie da aufgenommen hatte, wurde ihr erst später bewusst. Scheinbar hatte sie es zwischendurch vergessen.
Als die Anwohnerin später von der Polizei vernommen wurde, habe sie auf die Frage nach Rauch und Feuer erst verneint. Dann sei es ihr eingefallen – und sie habe gesagt: „Nein, oder? Ich habe das sogar fotografiert. Sagt bitte nicht, dass das Feuer das Kind war.“ Im Gerichtssaal liefen bei der Zeugin laut Beobachtern Tränen.

Auch eine andere Zeugin sagte zu dem Feuer aus – eine 37-Jährige, die am Tag von Fabians Ermordung gegen 13 Uhr auf dem Heimweg von ihrer Arbeit war und bei Klein Upahl eine Rauchwolke sah. „Da habe ich noch gedacht, dass da jemand Gartenabfälle verbrennt“, sagte sie vor Gericht. „Ein Feuer macht in einer Feuertonne oder Feuerschale.“ Sie habe außerdem gedacht, dass der Rauch etwas mit einem Restaurant zu tun hat, das sich in Klein Upahl befindet – in unmittelbarer Nähe zum Todes-Tümpel, an dem Fabian starb, befindet sich ein Steakhaus.
Mord an Fabian: Das Feuer sollte Spuren vernichten
Bis jetzt ist unklar, was genau dem kleinen Fabian aus Güstrow zugestoßen ist. Die Theorie der Ermittler: Gina H. soll den Jungen am 10. Oktober unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter gelockt haben und dann mit ihm zum besagten Tümpel gefahren sein. Hier habe sie das Kind mit sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet, so die Anklage. Anschließend habe sie den Tatort verlassen, sei aber später zurückgekehrt, um die Leiche mit Brandbeschleuniger anzuzünden. Das Ziel: Mutmaßlich wollte sie damit Spuren verwischen. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.


