Am Mittwoch und am Donnerstag blickt wieder ganz Deutschland nach Rostock: Vor dem Landgericht wird der Prozess im Mordfall Fabian fortgesetzt. Dieses Mal sagen mehrere Zeugen aus – unter anderem ein Mann, der das Auto der Hauptverdächtigen Gina H. am Tag der Tat beobachtet haben will, sowie eine Frau, die das berühmte Foto des brennenden Feuers am Todes-Tümpel machte. Vor allem mehrere Sprachnachrichten bringen die Hauptverdächtige aber nun anscheinend in Bedrängnis. In einer ist zu hören, wie Gina H. offenbar versuchte, ein Alibi für den Zeitraum der Tat abzusprechen..
Gina H. äußerte sich bisher nicht zum Fall Fabian
Wird es jetzt richtig eng für Gina H.? Die Hauptverdächtige im Fall Fabian muss sich aktuell vor Gericht verantworten, weil die Ermittler sicher sind, dass sie den acht Jahre alten Jungen aus Güstrow mit einem Messer tötete, seine Leiche anschließend verbrannte. Bisher hat sie sich im Prozess nicht zu den heftigen Vorwürfen geäußert – laut Medienberichten soll sie die Tat fernab des Gerichtssaals abgestritten haben. Doch nun bringen neue Sprachnachrichten die 30-Jährige in Bedrängnis!
Wie schon an den anderen Verhandlungstagen im Fall Fabian aus Güstrow wurden auch am neuen Prozesstag am Mittwoch Sprachnachrichten von Gina H. abgespielt. Eine davon soll sie an einen Bekannten namens Christian D. geschickt haben – und zwar am 11. Oktober um 17.58 Uhr, also am Tag nach der Tat. „Ich hab Olaf gefragt, ob schon irgendwas in Reimershagen los ist“, sagt sie in der Sprachnachricht.
Was sagte Gina H. zu ihrem möglichen Alibi
Und weiter: „Und zum Thema Alibi, wo ich war … ich wollte nicht sagen, dass wir zusammen waren, sonst wirst du mit reingezogen. Ich hab Olaf gesagt, ich war mit Leo spazieren. Und er hat gesagt wir sollen einfach sagen, dass wir den ganzen Tag zusammen waren.“

Das klingt so, als habe Gina H. mit dem Bekannten ein mögliches Alibi abgesprochen, sollten die Ermittler recherchieren, wo sie am Tag der Tat war. Das dürfte den Verdacht der Staatsanwaltschaft nur weiter erhärten. Auch andere Sprachnachrichten, die im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow abgespielt wurden, machen die Situation für die 30-Jährige nicht unbedingt besser. So soll sie an den gleichen Bekannten bereits am Morgen des 10. Oktober eine Nachricht geschickt haben, dass sie „wegen der ganzen Aussagen von gestern“ heulen könnte.
Fabians Vater wollte Beziehung zu Gina H. nicht mehr
Hintergrund: Einen Tag zuvor hatte ihr Fabians Vater Matthias R. mitgeteilt, dass er die Beziehung zu ihr nicht wieder aufleben lassen will, um den Kontakt zu seinem Sohn nicht zu gefährden. Die Ermittler vermuten hier das Motiv: Laut Anklage wollte Gina H. mit dem Mord an Fabian die Beziehung zu Matthias R. retten. In einer weiteren Nachricht an ihren Bekannten Christian D. sagte sie am Abend, dass Fabian ihr erzählt habe, er sei tagsüber allein zu Hause, wenn er krank ist.

Auch soll Gina H. nach Fabians Verschwinden förmlich darum gebettelt haben, bei der Suche nach dem Jungen helfen zu dürfen. In Berichten wird eine Nachricht dokumentiert, die sie noch am Tag der Tat an Matthias R. geschickt haben soll. „Soll ich mit dir mitkommen? Dir helfen beim Suchen? Oder wie oder was? Möchtest du das?“, fragt sie dort. In einer anderen Nachricht betont sie, sie wolle für ihn da sein.
„Ich möchte dir einfach nur helfen dürfen. Ich möchte auch mit dir suchen dürfen. Mit jedem kannst du los, nur mit mir nicht. Jeder Hans und Franz darf dir helfen. Alle dürfen mit dir und ich nicht.“
Prozess soll Wahrheit im Fall Fabian ans Licht bringen
Was all diese Nachrichten zu bedeuten haben, soll der Prozess zeigen. Eigentlich waren 17 Verhandlungstage angesetzt, doch inzwischen hat das Gericht das Verfahren schon um weitere zehn Tage verlängert. Gina H. sitzt seit dem 7. November in Untersuchungshaft – die Ermittler sind davon überzeugt, dass sie für den Mord an Fabian aus Güstrow verantwortlich ist. Für die 30-Jährige gilt trotz allem bis zur Verurteilung die Unschuldsvermutung.


