Hoffnung für Kreuzfahrt-Fans

Reederei plant Rückkehr in den Nahen Osten – trotz Krisenlage

Eine Reederei plant die Rückkehr in den Nahen Osten. Doch die Sicherheitslage rund um Dubai, das Rote Meer und die Straße von Hormus bleibt unsicher.

Author - Sebastian Karkos
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Die MSC World Europa soll im nächsten Jahr Kurs auf den Persischen Golf nehmen.
Die MSC World Europa soll im nächsten Jahr Kurs auf den Persischen Golf nehmen.Hans-Juergen Amberg/IMAGO

Die Nahost-Krise im Frühjahr 2026 hat die gesamte Tourismusbranche durcheinandergebracht. Besonders die Kreuzfahrtindustrie leidet unter der anhaltenden Unsicherheit. 

Deutsche Reedereien verzichten auf Orient-Reisen

So haben die deutschen Kreuzfahrtanbieter Aida und TUI Cruises bereits angekündigt, auch in der Wintersaison 2027/28 auf Orient-Kreuzfahrten zu verzichten. Stattdessen werden ihre Schiffe auf anderen Routen eingesetzt. So schippert die „AIDAperla“ ab Kiel nach Nordeuropa sowie zu den Kanarischen Inseln.

Die Schweizer Reederei MSC Cruises mit Sitz in Genf macht Kreuzfahrt-Fans nun Hoffnung für wagt den Schritt zurück in die Region. Firmenchef Gianni Onorato verweist auf Wachstumsmärkte in Japan, China und Taiwan und kündigt gegenüber Cruise Industry News zudem an, „dass wir Ende 2027 den saisonalen Betrieb von Dubai aus sowie am Roten Meer wieder aufnehmen werden“. Ob es tatsächlich dazu kommt? Offen!

Die MSC World Europa liegt im Juni 2025 im Hafen von Genua in Italien vor Anker.
Die MSC World Europa liegt im Juni 2025 im Hafen von Genua in Italien vor Anker.IMAGO/Michael Bihlmayer

Das Auswärtige Amt zum Beispiel weist weiterhin auf die angespannte Sicherheitslage in Teilen der Region hin. Für die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai und Abu Dhabi) gelten derzeit keine Reisewarnungen, die Lage kann sich aber jederzeit verändern.

Straße von Hormus bleibt Unsicherheitsfaktor

Ähnliches gilt für Ägypten und das Rote Meer, auch wenn dort inzwischen vereinzelt wieder Kreuzfahrtschiffe unterwegs sind. Vor allem die Straße von Hormus zwischen Oman und dem Iran bleibt ein ständiger Unruheherd im Persischen Golf. Sie ist das entscheidende Nadelöhr für die gesamte Schifffahrt. Zudem besteht in der Region weiterhin die Gefahr von Raketen- und Drohnenangriffen sowie von Seeminen.

Erst eine dauerhafte Stabilisierung der Sicherheitslage dürfte dem Kreuzfahrttourismus im Orient neuen Auftrieb verleihen. Wann dies der Fall sein wird, lässt sich derzeit jedoch ebenso wenig vorhersagen wie die Entwicklung der Wintersaison 2027/28. Da Reederei-Fahrpläne in der Regel mindestens zwei Jahre im Voraus festgelegt werden, könnte es also noch eine Weile dauern, bis deutsche Schiffe im Nahen Osten ihr Comeback feiern.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Würden Sie jetzt schon eine Kreuzfahrt für den Winter 2027/28 buchen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com