Die Erlöse für Kartoffeln, Milch und viele andere Lebensmittel stürzen so stark ab wie seit mehr als elf Jahren nicht mehr und trotzdem kommt an der Supermarktkasse kommt davon kaum etwas an. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen einen historischen Preissturz für Deutschlands Bauern. Warum Verbraucher trotzdem kaum etwas davon haben.
Bauern erleben massiven finanziellen Absturz
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im Mai 2026 um fast 13,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im April hatte das Minus noch knapp 12 Prozent betragen. Der Absturz hat sich damit in den vergangenen Monaten noch viel weiter beschleunigt.

Besonders hart traf es die Kartoffelbauern. Für Speisekartoffeln erhielten sie im Mai unglaubliche 53,5 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Auch andere pflanzliche Erzeugnisse wurden deutlich günstiger: Obst verbilligte sich um fast ein Viertel, Tafeläpfel sogar um rund ein Drittel. Getreide kostete fast 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt sanken die Erlöse pflanzlicher Erzeugnisse um rund 10 Prozent.
Auch bei tierischen Produkten zeigt sich ein deutlicher Rückgang und eine magere Ausbeute für die Bauern. Milch brachte den Erzeugern knapp 25 Prozent weniger ein als im Mai 2025. Schlachtschweine verbilligten sich um 19,5 Prozent, Rinder um fast 7 Prozent. Insgesamt gingen die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um fast 16 Prozent zurück. Steigende Erzeugerkosten gab es dagegen unter anderem bei Eiern, Tomaten und Gurken.
Wer jetzt auf deutlich günstigere Lebensmittel im Supermarkt hofft, wird kläglich enttäuscht. Denn nur weil die Einnahmen bei den Landwirten sinken, heißt es nicht, dass sie automatisch auch zu niedrigen Preisen in Supermärkten führen. Gründe davor sind vor allem die weiterhin hohen Kosten zwischen Landwirten und Lebensmittelgeschäften.
Warum Verbraucher im Supermarkt nichts davon merken
Denn auch wenn der Bauer deutlich weniger einnimmt, bleiben seine Kosten trotzdem hoch. Es kommen Verarbeitungs-, Verpackungs-, Transports-, Lagerungs- und Handelskosten hinzu. Wie stark sich niedrigere Erzeugererlöse auf den Endpreis auswirken, hängt deshalb vom jeweiligen Produkt und dessen Kostenstruktur ab.
Ein Beispiel: Bei Brot macht der eigentliche Getreideanteil nur einen kleinen Teil des Verkaufspreises aus. Selbst deutlich günstigere Getreidepreise wirken sich deshalb nur begrenzt auf die Zahlen im Supermarkt aus. Bei Milch ist der Einfluss des Rohstoffpreises zwar größer, dennoch spielen auch hier Verarbeitung, Energie- und Transportkosten eine wichtige Rolle.



