16 Jahre lang stand Angela Merkel (71, CDU) an der Spitze Deutschlands. Die Altkanzlerin gehörte zu den beliebtesten politischen Persönlichkeiten des Landes. Seit der Bundestagswahl 2021 ist sie offiziell im Ruhestand – leise, zurückgezogen, fast unsichtbar. Doch nun stellt sich die Frage: Könnte ihr politischer Ruhestand schon bald ein Ende haben?
Wird Merkel unsere nächste Bundespräsidentin?
In CDU-Kreisen kursiert laut Bild ein brisantes Gerücht. Demnach steht im Raum, dass Angela Merkel für einen neuen politischen Spitzenposten infrage kommen könnte: als Bundespräsidentin.
In Kreisen um CDU-Chef Friedrich Merz (70) wächst die Sorge, dass die Grünen – etwa Baden-Württembergs Spitzenpolitiker Cem Özdemir (60) – Merkel als Kandidatin für das höchste Staatsamt ins Spiel bringen könnten. Grund: Sie ist unter Grünen-Wählern weiterhin überaus beliebt. In der Parteiführung wird zudem aufmerksam beobachtet, dass Merkel wieder deutlich mehr öffentliche Termine wie den CDU-Parteitag wahrnimmt. Wo sie auftritt, sind die Säle voll.

Für Merz wäre das heikel. Zwar verbindet beide das CDU-Parteibuch, doch ein Vorschlag der Grünen käme nicht aus seiner eigenen Linie. Gleichzeitig wäre es für ihn schwierig, eine Kandidatin aus den eigenen Reihen abzulehnen.
Merkel verneint Gerücht
Merkel hat Spekulationen über eine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten im kommenden Jahr aber bereits zurückgewiesen. „Das ist abwegig“, antwortete eine Sprecherin aus dem Büro von Merkel dem Tagesspiegel.

Bisher hat kein Bundeskanzler nach seiner Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten übernommen. Die Bundesversammlung wird Anfang 2027 über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
In der CDU gelten derzeit zwei mögliche Bewerberinnen als aussichtsreich: Bildungsministerin Karin Prien (60, CDU) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU). Die Union hat als größte Fraktion in der Bundesversammlung grundsätzlich gute Chancen, den Posten zu besetzen – braucht dafür allerdings Unterstützung aus anderen Parteien. Klöckner wird jedoch bei SPD und Grünen als schwer vermittelbar eingeschätzt.


