Jetzt macht die CDU Ernst. Sie will soziale Medien für Kinder verbieten. Das geht aus einem Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein für den CDU-Parteitag am 20. und 21. Februar hervor. Das berichtet die Bild.
Demnach soll ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen festgelegt werden. Außerdem soll es verpflichtende Alterskontrollen geben. Der Vorschlag „setzt eine klare Schutzgrenze und trägt den besonderen Entwicklungsbedarfen junger Menschen Rechnung“, heißt es in dem Antrag.
Keine sozialen Medien mehr für Kinder unter 16 Jahren
Die Folgen wären weitreichend: Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wäre bei Instagram, TikTok und Co. Schluss. Sie müssen bei einer Anmeldung dann ihr Alter nachweisen.
Die Antragsteller begründen ihr Vorgehen mit einem „wirksamen Schutz für Kinder und Jugendliche vor den Auswirkungen von Hass und Hetze, vor psychischem Druck, Mobbing oder dem Einfluss schädlicher Inhalte im Netz“.
Carsten Linnemann verspricht Schutz der Kinder
Unterstützung erhielt der Vorschlag von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. „Ich bin für Social Media ab 16. Kinder haben ein Recht auf Kindheit. Wir müssen Kinder auch in der digitalen Welt vor Hass, Gewalt, Verbrechen und manipulativer Desinformation schützen“, sagte er der Bild.
Kinder, die viel im Internet unterwegs seien, „leiden zunehmend an Depressionen und Vereinsamung, die soziale Kompetenz nimmt ab. Denn wer nur noch im Netz das Sozialisieren erlernt, verlernt es in der Realität.“

Plattformen sollen stärker in die Pflicht genommen werden
Mit der Reform will die CDU die großen Plattformen stärker in die Pflicht nehmen. Sie fordert „mehr Verantwortung und Transparenz auf Plattformen“. Die Algorithmen müssten nachvollziehbar werden, „Nutzerinnen und Nutzer müssen wissen können, warum ihnen bestimmte Inhalte angezeigt werden“.
Die Vorschläge der CDU gehen noch weiter: Sie fordert auch eine Digitalabgabe für große Online-Plattformen und will eine Klarnamenpflicht durchsetzen.
Australien gilt als großes Vorbild
Hintergrund des Bestrebens der CDU ist das australische Modell. Das Land gilt als Vorbild, wenn es um ein Verbot von sozialen Medien für Kinder und Jugendliche geht. In Australien ist Social Media für Kinder unter 16 Jahren verboten, Plattformbetreiber mussten knapp fünf Millionen Konten von Kindern sperren.
In Frankreich wurde erst kürzlich ein Social-Media-Verbot bis zum Alter von 15 Jahren vom Parlament abgesegnet. Auch Spanien will ein Verbot von Social Media für Kinder unter 16 Jahren. „Spanien lässt nun seinen Worten Taten folgen“, sagte Regierungschef Pedro Sánchez beim Weltregierungsgipfel in Dubai, wie die Regierungspressestelle in Madrid mitteilte.
Elon Musk kritisiert Pedro Sánchez
Kritik daran gab es von Elon Musk. Der Eigentümer der Plattform X (ehemals Twitter) beleidigte Sanchez daraufhin grob. In einem X-Post schrieb er: „Dirty Sánchez is a tyrant and traitor to the people of Spain.“ („Der dreckige Sánchez ist ein Tyrann und ein Verräter des spanischen Volkes.“).
Dirty Sánchez is a tyrant and traitor to the people of Spain 💩 https://t.co/B3oyHrBYpR
— Elon Musk (@elonmusk) February 3, 2026


