Die Ölpreise fallen drastisch – doch an der Zapfsäule bleibt es teuer. Viele Autofahrer fragen sich jetzt: Wann kommt die Entlastung endlich bei uns an? Ein Top-Ökonom nennt bereits einen konkreten Zeitpunkt.
Preise steigen trotz Ölpreis-Absturz
Am Mittwoch zeigte sich zunächst das Gegenteil von Entspannung. Trotz deutlich gesunkener Rohölpreise haben viele Tankstellen ihre Preise noch einmal erhöht. Laut ADAC verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 innerhalb von nur 30 Minuten um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent. Im Schnitt kostete E10 damit 2,208 Euro, Diesel 2,471 Euro.
Dabei stehen die Zeichen am Ölmarkt eigentlich klar auf Entspannung. Nach der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Konflikt ist der Ölpreis eingebrochen. Für Autofahrer könnte sich das schneller bemerkbar machen als gedacht. Der ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sagte gegenüber bild.de: „Spätestens zum Wochenende sollte Tanken wieder günstiger werden.“ Entscheidend sei, dass wichtige Transportwege wie die Straße von Hormus wieder frei befahrbar sind und der Ölpreis weiter nachgibt.

Dass die Preise aktuell noch hoch sind, liegt an dem sogenannten Raketen-Feder-Prinzip. Schießt der Ölpreis in die Höhe, machen das auch die Benzinpreise raketenartig. Fällt der Ölpreis dann wieder, passiert beim Benzinpreis genau das Gegenteil: Er sinkt nur langsam und zögerlich – wie eine Feder, die sanft zu Boden schwebt.
Warum sinkende Preise oft später ankommen
Dass sinkende Ölpreise nur verzögert bei den Autofahrern ankommen, ist kein neues Phänomen. Schon das Bundeskartellamt hat mehrfach festgestellt, dass steigende Kosten meist sofort weitergegeben werden – sinkende dagegen deutlich langsamer.
Auch die Ökonomin Monika Schnitzer bestätigt dieses Muster. Sie sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Hoch gehen die Preise immer schnell, die Absenkung dauert in der Regel einige Tage. Ich gehe aber davon aus, dass die niedrigeren Ölpreise weitergegeben werden.“


