Tanken bleibt für viele Autofahrer ein echter Schock: Diesel und Benzin kosten aktuell deutlich über zwei Euro pro Liter. Dabei ist der Ölpreis zuletzt sogar wieder gesunken. Die große Frage ist: Warum kommt das nicht bei den Autofahrern an?
Entlastung kommt nur langsam
Schuld an den Preisen ist der Krieg im Nahen Osten. Durch die angespannte Lage rund um den Iran wurde die wichtige Straße von Hormus zeitweise blockiert – eine der zentralen Routen für den weltweiten Ölhandel. Rund ein Fünftel des globalen Ölbedarfs läuft durch diese Meerenge. Wird sie eingeschränkt, steigen die Preise sofort.
Der Ölpreis schoss deshalb zeitweise massiv nach oben. Inzwischen hat sich die Lage durch die zweiwöchige Feuerpause etwas entspannt, und die Preise für Rohöl sind wieder deutlich gefallen. Doch an der Zapfsäule merken Autofahrer davon bislang überhaupt nichts.
Experten sprechen hier vom sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt: Steigt der Ölpreis, klettern die Spritpreise sofort nach oben. Sinkt er wieder, geben Mineralölkonzerne die niedrigeren Kosten oft nur sehr langsam weiter.

Die Kritik an den Mineralölkonzernen wird deshalb lauter. Wie der Spiegel berichtet, wirft der Tankstellen-Interessenverband den Unternehmen vor, gesunkene Einkaufspreise nur verzögert weiterzugeben.
Deutschland gehört zu den teuersten Ländern
Im europäischen Vergleich gehört Deutschland regelmäßig zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen. Der Hauptgrund sind hohe Steuern und Abgaben, die einen großen Teil des Endpreises ausmachen. In Ländern wie Polen, Tschechien oder Spanien ist Tanken oft deutlich günstiger. Gleichzeitig gibt es aber auch Länder wie die Niederlande oder Dänemark, in denen Autofahrer noch mehr bezahlen müssen.



