Schock-Momente im Hafen von Abu Dhabi. Über Port Zayed sind am Sonntagnachmittag pechschwarze Rauchsäulen in den Himmel gestiegen. Zwei iranische Drohnen schlugen in ein Lagerhaus des nahegelegenen Marinestützpunkts Al Salam ein. Ganz in der Nähe liegt ein TUI-Kreuzfahrtschiff vor Anker. Jetzt spüren auch Touristen die Auswirkungen des Angriffs auf den Iran.
„Mein Schiff 4“ sitzt im Hafen von Abu Dhabi fest
„Wir erhielten gegen 16.30 Uhr einen Notfall-Alarm auf unsere Handys und sollten uns sofort im Theater des Schiffes versammeln“, berichtet eine Passagierin an Bord von „Mein Schiff 4“ der BILD. Das Schiff von TUI Cruises liegt derzeit im Hafen Port Zayed in Abu Dhabi, als es zu der heftigen Explosion kommt.
Panik und Angst bei vielen Passagieren auf „Mein Schiff 4“
„Es war ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe“, berichtet ein anderer Passagier. „Die Crew hat uns angewiesen, ins Innere zu gehen, Fenster zu meiden und ruhig zu bleiben.“ Die Stimmung sei extrem angespannt. „Viele Passagiere, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, verlieren langsam die Nerven: Panik, Weinen, Angst vor weiteren Einschlägen. Und niemand weiß, wie und wann wir hier rauskommen.“
Auf Anweisung der Crew bleiben die Gäste im Inneren, Außendecks und Balkone gesperrt.

Auch andere Kreuzfahrtschiffe hängen in der Region fest
Die „Mein Schiff 4“ ist nicht der einzige Luxusliner, der sich in der Region aufhält. Von dem Krieg betroffen sind auch „Mein Schiff 5“ (Doha), „MSC Euribia“ (Dubai), „Celestyal Discovery“ und „Celestyal Journey“ (Dubai/Doha) sowie die „Aroya“. Mehrere Reedereien zogen bereits die Reißleine und sagten Reisen für die kommenden Tage ab. Die Schiffe bleiben zunächst in den Häfen.
Große Teile des Luftraums im Golf sind geschlossen, Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha meldeten massive Einschränkungen bis hin zur temporären Schließung. Weltweit wurden Hunderte Flüge gecancelt oder umgeleitet.
Sichere Ausfahrt der Schiffe derzeit nicht möglich
Die Straße von Hormus, ein Nadelöhr der Region, gilt seit den Angriffen als blockiert. Reedereien und Tanker meiden die Passage oder warten ab. Eine sichere Ausfahrt aufs offene Meer ist derzeit nicht möglich.
Auf den Schiffen läuft indes der normale Hotelbetrieb weiter, sodass alle Menschen an Bord versorgt werden, heißt es. Die Stimmung bei den Passagieren ist angespannt. „Nach dem Raketeneinschlag hatte der Kapitän angeordnet, dass sich alle Passagiere im Innern des Schiffes zusammenkauern sollten“, berichtet ein „Mein-Schiff-4“-Urlauber der BILD.
Auch in anderen Regionen gibt es kein Weiterkommen
Angst auch auf der „MSC Euribia“ in Dubai. „Vor wenigen Minuten erst waren wieder mehrere laute Donnergeräusche zu hören“, berichtet ein Gast. Auf dem Schiff dürfen sich die rund 6000 Passagiere aber frei bewegen und alle Außendecks und Pools benutzen. Abfahrten für die kommenden Tage wurden aber abgesagt.
Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.
Das Auswärtige Amt gibt Reisewarnung raus
„Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen“, berichtet ein deutscher Reisender aus Sydney. „Dann wurden die Flüge gestrichen.“ Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach. Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. „Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend“, sagt der Urlauber.
Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren.





