Der einstige König des Teleshoppings steht vor einem Scherbenhaufen: Die QVC Group hat beim US-Insolvenzgericht in Texas Gläubigerschutz beantragt. Schulden in Milliardenhöhe zwingen das Unternehmen zu einem drastischen Schritt – doch das Aus ist damit noch nicht besiegelt.
Milliarden-Schulden und historischer Absturz bei QVC
Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: Mit rund 6,6 Milliarden US-Dollar Schulden hat sich der Konzern in eine massive Krise manövriert. Der Umsatz ist seit 2020 um fast 30 Prozent eingebrochen.
Auch an der Börse zeigt sich der Niedergang: Vor zehn Jahren kostete eine QVC-Aktie noch über 900 Dollar, heute ist sie für weniger als 3 Dollar zu haben.
Trotzdem gibt sich das Management kämpferisch. Konzernchef David Rawlinson betont in einer Mitteilung, dass der Geschäftsbetrieb weiterläuft und Gehälter sowie Händler bezahlt werden können. Ziel ist es, die Schulden im Zuge der Restrukturierung auf rund 1,3 Milliarden Dollar zu senken.

Für Kunden in Deutschland gibt es vorerst Entwarnung: Das Insolvenzverfahren betrifft ausschließlich das US-Geschäft. Die europäischen Märkte, darunter Deutschland, Großbritannien und Italien, laufen weiter wie gewohnt.
Nach Angaben des Unternehmens stehen mehr als eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln zur Verfügung, um alle Verpflichtungen zu erfüllen.
Generationenwechsel im Shopping
Die Krise kommt nicht überraschend. Schon seit Jahren kämpft Teleshopping mit einem grundlegenden Problem: Die Zuschauer werden älter und die jüngere Generation kauft ganz anders ein.
Während früher nachts Millionen Menschen vor dem Fernseher saßen und Produkte bestellten, findet Shopping heute live auf dem Smartphone statt.
So unterschiedlich shoppen Jung und Alt
Jüngere Konsumenten kaufen spontaner, digitaler und stärker beeinflusst durch Social Media. Statt lange TV-Sendungen zu verfolgen, entdecken sie Produkte über kurze Videos, Influencer oder Livestreams und kaufen direkt per Klick. Ältere Generationen hingegen sind eher an klassische Formate wie Teleshopping gewöhnt und schätzen ausführlichere Produktpräsentationen.
Studien zeigen, dass insbesondere Generation Z (1995-2012) stark auf Social Media und Influencer reagiert, während ältere Generationen deutlich weniger von solchen Inhalten beeinflusst werden und eher auf traditionelle Medien setzen.


