Wichtig für alle Eltern

Große Reform sorgt für mehr Rechte für leibliche Väter

Wichtige Neuerung für alle Papas: Wer Verantwortung übernehmen will, soll künftig auch die Chance dazu bekommen.

Author - Sharone Treskow
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(Symbolfoto) Für viele Väter in Deutschland ist eine wichtige Entscheidung getroffen worden.
(Symbolfoto) Für viele Väter in Deutschland ist eine wichtige Entscheidung getroffen worden.Janine Schmitz/Imago

Für viele Männer, die bislang nur biologische, aber keine rechtlichen Väter waren, beginnt ein neues Kapitel: Der Bundestag hat beschlossen, ihre Rechte deutlich zu stärken.

Mehr Rechte für leibliche Papas

Damit haben leibliche Papas künftig bessere Chancen, auch formal als Vater anerkannt zu werden. Der Schritt folgt einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das bereits vor zwei Jahren eine Reform angemahnt hatte – und jetzt setzt die Politik diese Vorgaben endlich um.

Ausgangspunkt war ein Fall aus Sachsen-Anhalt, der bundesweit Schlagzeilen machte: Ein leiblicher Vater scheiterte daran, die Vaterschaft des neuen Partners der Mutter anzufechten. Das höchste deutsche Gericht erklärte damals die alte Rechtslage für verfassungswidrig und löste damit eine grundlegende Neuregelung aus.

(Symbolfoto) Die Reform für leibliche Väter wurde vom Bundesverfassungsgericht angestoßen.
(Symbolfoto) Die Reform für leibliche Väter wurde vom Bundesverfassungsgericht angestoßen.STPP/Imago

Die Richter aus Karlsruhe forderten ein funktionierendes Verfahren, das biologische Väter besser schützt, insbesondere wenn sie nicht mit der Mutter verheiratet sind. Bislang war die Tür für sie verschlossen, sobald zwischen Kind und dem sogenannten „sozialen Vater“ eine enge Bindung bestand – also dem Mann, der sich kümmerte, ohne der leibliche Vater zu sein. Diese starre Regelung fällt nun.

Reform bringt mehr Gerechtigkeit – und klare Regeln

Künftig dürfen leibliche Väter die bestehende Vaterschaft anfechten, wenn sie eine enge Beziehung zum Kind haben oder eine solche Beziehung ohne eigenes Verschulden abgebrochen wurde. Das bedeutet: Wer sich ernsthaft um sein Kind bemüht, hat nun eine echte Chance, auch rechtlich als Vater anerkannt zu werden.

Ein weiterer Punkt der Reform soll verhindern, dass sich Männer künftig einen regelrechten Wettlauf um die Vaterschaft liefern: Wenn ein leiblicher Vater bereits ein Gerichtsverfahren zur Feststellung seiner Vaterschaft angestoßen hat, kann in dieser Zeit kein anderer Mann die Vaterschaft anerkennen. Das gilt so lange, bis ein Gericht entschieden hat.

(Symbolfoto) Väter, die eine enge Beziehung zu ihrem Kind haben, haben jetzt bessere Chancen auf eine rechtliche Anerkennung ihrer Vaterschaft.
(Symbolfoto) Väter, die eine enge Beziehung zu ihrem Kind haben, haben jetzt bessere Chancen auf eine rechtliche Anerkennung ihrer Vaterschaft.Juergen Blume/epd/Imago

Besonders bemerkenswert: Auch die Rechte der Kinder werden gestärkt. Ist ein Kind mindestens 14 Jahre alt, kann es künftig selbst bestimmen, ob es dem Wunsch der Mutter folgt – oder ob es verhindert, dass ein anderer Mann statt des leiblichen Vaters als rechtlicher Vater eingesetzt wird.

Kinderschutzbund lobt Reform

Der Kinderschutzbund begrüßt die Entscheidung deutlich. Für die Organisation ist klar: Mehr Mitspracherecht für Kinder und mehr Fairness für leibliche Väter stärken am Ende die gesamte Familie. Schließlich ging es bislang oft darum, juristische Lücken zu schließen, die zu emotional belastenden Situationen führten – für Kinder wie für Väter.

Denn viele Männer, die ihre Kinder zwar gezeugt, aber nie rechtlich anerkannt wurden, standen bislang außen vor: keine Rechte, kaum Einfluss, wenig Möglichkeiten. Dies ändert sich nun grundlegend. Die Reform schafft ein Gleichgewicht zwischen sozialer Verantwortung und biologischer Elternschaft – ein Thema, das in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus rückte.

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