Ab 2027

So stark steigt der Rundfunkbeitrag für ARD und ZDF

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) schraubt an der Beitragshöhe – aber nicht so schlimm, wie befürchtet.

Author - Stefan Doerr
Teilen
Der Rundfunkbeitrag steigt, aber nicht so stark wie befürchtet.
Der Rundfunkbeitrag steigt, aber nicht so stark wie befürchtet.Sebastian Kahnert/dpa

Der Rundfunkbeitrag in Deutschland soll steigen – aber weniger stark als befürchtet. Auf 18,64 Euro pro Monat soll der Beitrag ab Januar 2027 klettern. Das ist der nun offiziell vorgelegte Vorschlag der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Die Empfehlung geht an die Bundesländer, die am Ende entscheiden müssen.

Ursprünglich 58 Cent Beitragserhöhung

Dass eine Anpassung kommt, war erwartet worden. Bereits Ende vergangenen Jahres war jedoch durchgesickert, dass die KEF eine geringere Erhöhung als ursprünglich geplant vorschlagen will.
Bisher war von 58 Cent die Rede. Doch die KEF reduziert das um 30 Cent. Damit geht es bis Ende 2028 um einen Anstieg von monatlich 28 Cent, die auf den aktuellen Monatsbeitrag von 18,36 Euro draufgeschlagen werden.

Vor zwei Jahren hatte die KEF den Bundesländern vorgeschlagen, den Rundfunkbeitrag für die neue vierjährige Beitragsperiode ab Anfang 2025 um 58 Cent auf 18,94 Euro zu erhöhen. Weil aber nicht alle 16 Länder zustimmten, blieb es bei der bisherigen Höhe von 18,36 Euro.

Martin Detzel (r.) von der KEF übergibt dem Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, Alexander Schweitzer, den Bericht der KEF.
Martin Detzel (r.) von der KEF übergibt dem Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, Alexander Schweitzer, den Bericht der KEF.Christian Ditsch/dpa

Einnahmen von ARD und ZDF höher als gedacht

ARD und ZDF reichten deshalb Ende 2024 beim Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden ein, über die bislang noch nicht entschieden wurde. Erwartet wird ein Urteil aus Karlsruhe in diesem Jahr.

Nun senkt die KEF ihre frühere Empfehlung, was in einer laufenden Beitragsperiode ungewöhnlich ist. Mit ihrem neuen Beitragsvorschlag sieht die KEF jedoch ARD, ZDF und Deutschlandradio für die gesamte Periode von 2025 bis 2028 bedarfsgerecht finanziert. Die geringere Empfehlung hat vor allem einen einfachen Grund: Es ist mehr Geld reingekommen als erwartet. Nach Angaben der KEF hat sich die Zahl der beitragspflichtigen Wohnungen für die Sender günstiger entwickelt als prognostiziert.

Sender brauchen 42 Milliarden Euro

Den Finanzbedarf der Sender für die laufende Periode beziffert die KEF nun auf insgesamt 42 Milliarden Euro. Das entspricht durchschnittlich 10,5 Milliarden Euro pro Jahr. In der vorherigen Periode von 2021 bis 2024 lag der Gesamtbedarf noch bei 38,5 Milliarden Euro. Das Plus von 3,5 Milliarden Euro entspricht laut KEF einer jährlichen Steigerung von 2,2 Prozent.

Finanziert wird das System vor allem aus den Rundfunkbeiträgen der Haushalte. Weitere Einnahmen stammen aus Werbung und Sponsoring, Finanzerträgen, Rücklagen sowie Eigenmitteln der Sender. Ob und in welcher Höhe der Beitrag tatsächlich steigt, müssen nun die Bundesländer entscheiden.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com