Werden unsere Uniformierten bald ganz anders aussehen? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangt ein Umdenken bei der Kleidung der Hauptstadtpolizei, fordert verbesserten Schutz gegen Messerangriffe und möchte die Abkehr von den festen Uniformbestandteilen in leuchtendem Gelb.
Polizei will weg vom „Teletubbie“-Look
Es ist ein überraschendes, aber deutliches Statement, das die GDP gerade veröffentlicht hat: „Schon seit Längerem stören sich Kolleginnen und Kollegen an dem aktuellen Look, der sie angesichts der latenten Bedrohung durch Organisierte Kriminalität und Terrorismus zur sichtbaren Zielscheibe macht“, so ein Sprecher.
Besonders die neongelben Uniformbestandteile in der Hauptstadt sind den Polizisten ein Dorn im Auge. „Ja, wir wollen sichtbar sein. Und in Spezialdienststellen wie zum Beispiel der Abteilung Verkehr ist das sehr sinnvoll. Aber zahlreiche Polizeien in unserem Land zeigen uns, dass wir das bei allem politischen Wunsch nicht generell so handhaben müssen“, betont GdP-Landeschef Stephan Weh.

Das Thema scheint bei der Polizeigewerkschaft wirklich einen Nerv zu treffen. Weiter stichelt Weh: „Vorgeschrieben ist in der entsprechenden EU-Richtlinie lediglich, dass Reflektoren gelb, orange oder weiß zu sein haben, wenn Sichtbarkeit generiert werden soll, nicht dass wir hier generell als Teletubbies herumlaufen müssen.“
Polizei fordert mehr Dunkelblau und Messerschutz
Sein Vorschlag lautet: „Man kann entsprechende Kletts für bestimmte Einsätze verteilen, den Rest könnten wir durchaus in Dunkelblau halten.“ Das Problem: „Abgesehen von nahezu unmöglicher Reinigung und Insektenmagnetfunktion im Sommer reden wir darüber, dass die Organisierte Kriminalität und Terroristen gezielt Polizisten verletzten oder gar töten wollen und wir so praktisch zur perfekten Zielscheibe werden.“
Der GdP-Landeschef stellt klar: „Die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen ist wichtiger als der politische Wunsch nach übertriebener Sichtbarkeit.“ Weiter ärgert sich Weh: „Wir sind die Messer-Hauptstadt des Landes und dennoch hat sich in Sachen des von uns vehement eingeforderten Stichschutz in den letzten Jahren rein gar nichts getan.“

„Wer sich nicht privat mit entsprechender Ausstattung für Hals und Hände versorgt, ist Messerangreifern ziemlich offen ausgesetzt“, beteuert Weh. Besser laufe es beispielsweise in Baden-Württemberg, wo neue Uniformen mit schnitthemmenden Elementen ausgestattet wurden: „Herr Strobl zeigt im Süden, dass man auf die Entwicklungen, sehr schwerwiegende Einsätze und die wachsende Messergewalt in unserem Land reagiert.“


