Die Bundesregierung will die sogenannte „Rente mit 63“ abschaffen, das Renteneintrittsalter Schritt für Schritt Richtung 70 Jahre anheben. Doch Gewerkschaften schlagen Alarm: Viele, die körperlich hart arbeiten müssen, seien gar nicht in der Lage, noch länger am Arbeitsplatz durchzuhalten. Besonders krass die Zahlen aus der Baubranche: Hier sind bundesweit Bauarbeiter, die älter als 63 Jahre alt sind, eine Rarität.
Gesundheitsprobleme: Kaum ein Bauarbeiter hält bis 63 durch
Mit den neu veröffentlichten Zahlen macht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Stimmung gegen die Regierungspläne. Sie gleichen sich überall. Berlin: Von 36.700 Bauarbeitern sind nur 1470 älter als 63 Jahre. Leipzig: Auf 5610 Bauarbeiter kommen nur 230 Becshäftigte über 63. Kreis Meißen: 170 von 3290. Kreis Oder-Spree: 120 von 2420. Märkischer Kreis: 210 von 3640.
„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Jörg Oehmigen, der Vorsitzende IG Bau Leipzig-Dessau. Eine Rente mit 70 ist für ihn nicht vorstellbar. „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, fügt Thomas Hentschel von der IG Bau Berlin hinzu. „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance.“


