Der Fall Collien Fernandes beschäftigt gerade ganz Deutschland. Die Moderatorin und Schauspielerin hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben. Er soll die Mutter seines Kindes „virtuell vergewaltigt“ haben – Deepfakes verbreitet haben, die eine KI-Version seiner Ex-Frau bei sexuellen Handlungen zeigen, und vieles mehr. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Trotzdem bleibt Fernandes laut, was ihr viel Unterstützung, aber auch Kritik einbringt. Auf Social Media gibt sie nun ein Update.
Behördenversagen: Fernandes fühlt sich alleingelassen
Was Collien Fernandes jetzt schildert, zeichnet ein Bild tiefer Frustration. Nicht nur über ihren Ex-Mann, sondern auch über die Behörden, die sie um Hilfe gebeten hat. In ihrem neuen Instagram-Beitrag spricht sie von einer „Richtigstellung“ und macht deutlich, wie allein sie sich im juristischen Dickicht fühlt. Dazu postet sie ein Foto, das sie sinnbildlich mit einem zugeklebten Mund zeigt.

Fernandes schreibt, sie habe bereits am 21.11.24 Anzeige gegen unbekannt bei der Berliner Polizei gestellt. Danach habe sie „nachweislich Dokumente und Ermittlungsansätze per E-Mail an die ermittelnden Beamten weitergeleitet“ und sogar private Kontaktdaten hinterlassen, damit man sie erreichen könne. Doch trotz ihrer Initiative sei kaum etwas passiert.
Schock nach Spiegel-Recherche: Verfahren eingestellt, aber keine Info
Denn nur auf eine Nachfrage per Mail habe sie erfahren, dass der Fall nach Schleswig-Holstein weitergegeben worden sei und man sie kontaktieren würde. Danach: Funkstille. Fernandes betont, sie habe „kein Schreiben erhalten und wurde auch nicht per Telefon oder E-Mail […] kontaktiert“.

Erst über die Spiegel-Recherche habe sie erfahren, dass die Anzeige nach Itzehoe übergeben und dort eingestellt worden sei. Für Fernandes ein Schlag ins Gesicht – nicht nur, weil sie als Betroffene keine Information bekam, sondern weil sie offenbar aus den Medien mehr über ihr eigenes Verfahren erfuhr als von den Behörden.
Morddrohungen: Fernandes spricht über Angst
Gleichzeitig richtet sie den Blick auf die Konsequenzen, die ihr öffentliches Auftreten mit sich bringt. Sie wollte am Freitag um 17.30 Uhr in Hamburg auf dem Rathausmarkt bei einer Demo sprechen. Doch jetzt steht alles auf der Kippe.
Der Grund: „Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich.“ Ihre Worte sind scharf, verzweifelt und an diejenigen gerichtet, die sie attackieren: „Ist das eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen?“
Fernandes’ Appell: Öffentlichkeit soll laut bleiben
Fernandes macht klar, dass es ihr längst nicht mehr nur um ihren eigenen Fall geht. Sie spricht über die Dynamik des Schweigens – und darüber, wie schwer es ist, als Frau Missstände öffentlich zu machen. Nur 5 Prozent der psychischen und physischen Partnerschaftsgewalt würden angezeigt, schreibt sie, und nur 2,4 Prozent der digitalen Gewalt. Der Rest: „Im Dunkeln! Im Verborgenen!“ Sie fragt, wie Frauen überhaupt Mut fassen sollen, wenn die Reaktion auf ihren Protest darin bestehe, sie einzuschüchtern.
Zum Schluss richtet Fernandes einen Appell an ihre Unterstützerinnen und Unterstützer: „Seid bitte laut für mich mit! Morgen bei der Demo!“ Es ist ein Hilferuf – und gleichzeitig ein Kampfaufruf. Sie verlangt, dass endlich „Licht in das Dunkelfeld“ gebracht wird. Für sie, für andere Betroffene, für alle, die Angst haben, gehört zu werden.
Wer Fernandes aktuell unterstützt
Die Kommentare mit den meisten Likes unter Fernandes’ Post stammen allesamt von Frauen, von Unterstützerinnen. „Wir stehen alle hinter dir“, schreiben viele.

Laut einem gemeinsamen Solidaritätsstatement stellten sich mehr als 250 prominente Frauen aus Politik, Kultur und Wirtschaft hinter Fernandes. Dazu gehören unter anderem Nina Chuba (Musikerin), Luisa Neubauer (Klimaaktivistin), Ricarda Lang (Politikerin, Ex‑Grünen‑Chefin), Carolin Kebekus (Comedienne) und Bärbel Bas (Bundestagspräsidentin).
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