Tod durch Strangulation

Fatih G. ermordete sechs Menschen: Stade-Killer tötet sich selbst im Gefängnis

Der Verdächtige der Sechsfach-Tötung von Stade ist tot. Der 45-Jährige nahm sich in der JVA durch Strangulation das Leben.

Author - Stefan Henseke
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Nach der Bluttat von Stade: Einsatzkräfte der Polizei stehen vor der Jugendeinrichtung, in der mehrere Menschen durch Schüsse ermordet wurden.
Nach der Bluttat von Stade: Einsatzkräfte der Polizei stehen vor der Jugendeinrichtung, in der mehrere Menschen durch Schüsse ermordet wurden.Marcus Golejewski/dpa

Der mutmaßliche Täter der Bluttat von Stade ist tot. Wie das niedersächsische Justizministerium am Dienstag bestätigte, hat sich der 45-Jährige in der Justizvollzugsanstalt das Leben genommen. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nach Behördenangaben nicht.

Fatih G. stirbt in der Zelle durch Strangulation

Das Niedersächsische Justizministerium teilte am frühen Nachmittag mit: „Der Gefangene wurde heute um 6.05 Uhr von einem hierfür zuständigen Stationsbediensteten im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle in seinem Einzelhaftraum aufgefunden. Der Gefangene wies zu diesem Zeitpunkt bereits keine Körpertemperatur mehr auf.“

Fatih G. starb in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde durch Strangulation.
Fatih G. starb in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde durch Strangulation.Carsten Steger/Wikimedia Commons

Ein Notarzt konnte um 6.29 Uhr nur noch den Tod des Gefangenen durch Strangulation feststellen. Die Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes wurden eingeleitet und laufen derzeit.

Für die Staatsanwaltschaft ist Fatih G. ein sechsfacher Mörder

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung hatte das Amtsgericht Haftbefehl gegen Fatih G. erlassen. Er war unmittelbar danach in die JVA gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der vorliegenden Mordmerkmale – darunter Heimtücke und niedrige Beweggründe – von einer sechsfachen Mordtat aus.

Während eines Hilfeplangesprächs mit Mitarbeitern der Einrichtung und des Jugendamtes soll der Mann am 29. Juni plötzlich eine mitgebrachte Schusswaffe gezogen und auf die Anwesenden gefeuert haben. Vier Frauen und zwei Männer starben. Fünf Opfer erlagen noch am Tatort ihren Verletzungen, ein weiteres im Krankenhaus. Drei der Getöteten arbeiteten für das Jugendamt der Region Hannover, drei für die Stader Jugendhilfeeinrichtung.

Als Hintergrund der Tat gilt nach bisherigen Erkenntnissen ein Sorgerechtsstreit. Der Verdächtige hatte einen Termin wegen des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Die Mutter des Babys und das Kind blieben unverletzt. Das Jugendamt nahm das Baby in Obhut. Der Mann verfügte laut Behörden über keine waffenrechtliche Erlaubnis.

Gofundme: Für die zwei Waisenkinder werden bisher über 800.000 Euro gesammelt

Besonders bewegt zeigt sich die Öffentlichkeit über das Schicksal zweier kleiner Kinder, deren Mutter bei der Tat getötet wurde. Für die Drei- und Vierjährigen kamen über die Plattform Gofundme bis Dienstagmittag mehr als 810.000 Euro zusammen – rund 30.000 Menschen spendeten.

Mit diesem Foto, dass die 32-jährige Mutter mit ihren beiden Kindern zeigt, wird auf Gofundme Geld für die Kinder gesammelt.
Mit diesem Foto, dass die 32-jährige Mutter mit ihren beiden Kindern zeigt, wird auf Gofundme Geld für die Kinder gesammelt.GoFundMe/Jana Sabo

Auf der Spendenseite wird die 32-Jährige als warmherzige, selbstlose Frau beschrieben, die sich mit großer Hingabe für Familien und Kinder eingesetzt habe. Sie arbeitete für das Jugendamt und wurde bei einem Einsatz in Stade getötet. Erst wenige Wochen zuvor hatten die Kinder ihren Vater verloren.

Mit den Spenden soll den Kindern ein möglichst sicherer Start in die Zukunft ermöglicht werden – von Betreuung und Bildung über therapeutische Unterstützung bis hin zu Kosten rund um die Beerdigung und die Folgen des schweren Verlusts. Wie ihr weiterer Weg aussehen wird, ist derzeit noch offen.