Sie schrieb Geschichte

Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (†88) gestorben

Als Ministerin und Bundestagspräsidentin erwarb sich die CDU-Politikerin hohes Ansehen über Parteigrenzen hinweg. Nun ist die gebürtige Wuppertalerin gestorben.

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Rita Süssmuth war von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit.
Rita Süssmuth war von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit.Michael Kappeler/dpa

Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Sie starb am Sonntag, wie der Deutsche Bundestag mitteilte. Die gebürtige Wuppertalerin war eine Vorkämpferin für ein modernes Familienbild und die Gleichberechtigung von Frauen. 

Sie war zehn Jahre lang Bundestagspräsidentin

Die CDU-Politikerin gehörte dem Deutschen Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Süssmuth hatte sich vor allem eingesetzt für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Beruf und Gesellschaft. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zeigte sich „tief bewegt“ von der Nachricht von Süssmuths Tod. „Im Namen des Deutschen Bundestages verneige ich mich vor einer politischen Ausnahmeerscheinung“, so Klöckner.

Sie kam als Seiteneinsteigerin in die Politik. Als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sie 1985 als Nachfolgerin von Heiner Geißler (CDU) zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit berief, war sie in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Sie war erst vier Jahre zuvor in die CDU eingetreten und bis dahin nach außen kaum in Erscheinung getreten. Im Ministeramt erwarb sie sich aber schnell großes Ansehen.

Rita Süssmuth (2.v.r.) 1991 mit Angela Merkel (M.) und Richard von Weizsäcker (r.) in Hoppegarten.
Rita Süssmuth (2.v.r.) 1991 mit Angela Merkel (M.) und Richard von Weizsäcker (r.) in Hoppegarten.Frank Sorge/IMAGO

Nach ihrer Berufung zur Bundesministerin kandidierte Süssmuth 1987 erstmals für den Bundestag. Sie errang auf Anhieb das Direktmandat im Wahlkreis Göttingen, das sie 1990 und 1994 verteidigte. Mit ihrem modernen Familien- und Frauenbild war Süssmuth vielen in der Union weit voraus. Sie eckte an. Auch bei Kohl. Ihr Einsatz für die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 brachte ihr vehemente Kritik aus den eigenen Reihen ein. Das galt auch für ihre Linie bei der sich ausbreitenden Immunschwächekrankheit Aids. „Die Krankheit bekämpfen und nicht die Kranken“, lautete ihre Maxime.

1988 folgte die CDU-Politikerin Philipp Jenninger an der Spitze des Bundestages nach. Sie war erst die zweite Bundestagspräsidentin nach Annemarie Renger (SPD). Unter ihrer Führung wurde der Bundestag nach der Wiedervereinigung zum gesamtdeutschen Parlament und vollzog den Umzug von Bonn nach Berlin.

Rita Süssmuth 2024 beim SPD-Sommerfest in Potsdam.
Rita Süssmuth 2024 beim SPD-Sommerfest in Potsdam.Fabian Sommer/dpa

Engagiert blieb Süssmuth auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag und der aktiven Politik 2002. Sie setzte sich in der von älteren Männern geprägten CDU resolut für eine Frauenquote ein. (dpa)

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