Er war Kaufland-Deutschlandchef, sie baute Bildungsinstitutionen für Dieter Schwarz – und beide hatten sich nach Jahrzehnten harter Arbeit ihren Traum erfüllt: die Welt bereisen. In Namibia endete dieser Traum tragisch.
Vom Büro in die weite Welt
Richard und Silke Lohmiller lebten das Leben, das viele sich wünschen. Jahrzehntelange Karrieren in einem der mächtigsten Handelskonzerne Deutschlands, gesellschaftliches Engagement, eine Familie und am Ende des Berufslebens endlich die Zeit, die Welt zu sehen. Neuseeland, Australien, Amerika: Die Reisen der Lohmillers führten sie in den letzten Jahren rund um den Globus. Ihr letztes Ziel war Namibia.
Wie die Heilbronner Stimme berichtet, war Richard Lohmiller 40 Jahre als Manager bei Kaufland tätig. 1980 trat er ins Unternehmen ein, 1999 wurde er Vorstand und verantwortete Ressorts wie Vertrieb, Immobilien, Beschaffung sowie Fleischwaren und Logistik. Im Oktober 2016 übernahm er als Vorstand die Gesamtverantwortung für die deutsche Landesgesellschaft – er wurde damit Kaufland-Deutschlandchef. 2019 schied er aus dem operativen Geschäft aus, blieb dem Unternehmen aber im Aufsichtsrat verbunden.
Lohmiller war weit mehr als ein Manager. Als Golfer, Skifahrer und ehemaliger Fußballer verschiedener Heilbronner Vereine war er dem Sport immer verbunden. Seit 2018 war er Erster Vorsitzender der Sporthilfe Unterland e.V. Heilbronn-Hohenlohe und hat den Verein maßgeblich weiterentwickelt – unter anderem initiierte er das Perspektivteam Paris 2024, um regionalen Athleten den Weg zu Olympischen Spielen zu erleichtern.

Silke Lohmillers Karriere begann im Tip-Verlag, in dem Kaufland den „Tip der Woche" herausgegeben hat. Kaufland und Lidl gehören beide zur Schwarz-Gruppe – einem der größten Handelskonzerne der Welt. Was folgte, war ein beeindruckender Aufstieg. Nach ihrer Elternzeit baute sie die erste Kita sowie die erste Josef-Schwarz-Schule auf und verantwortete als Geschäftsführerin bei Schwarz Dienstleistung den Bereich Erziehung, Bildung, Soziales.

2015 übernahm Silke Lohmiller laut der Dieter-Schwarz-Stiftung die Geschäftsführung der Stiftung – als Nachfolgerin des plötzlich verstorbenen Klaus Czernuska. Zehn Jahre lang hatte sie die Position inne. In dieser Zeit entstanden unter ihrer Führung die experimenta als größtes deutsches Science Center und die Josef-Schwarz-Schule als eine der größten bilingualen Privatschulen Deutschlands. 2025 ging sie in den Ruhestand. „Ich möchte künftig Dinge tun, die mir Spaß machen, mit Menschen, die ich mag", sagte sie damals bei „Wissensstadt Heilbronn“.
Silke Lohmiller engagierte sich außerdem ehrenamtlich als Zweite Vorsitzende beim Förderverein Freunde der Burgfestspiele Jagsthausen". Der gemeinsame Sohn Henry war laut Heilbronner Stimme in der DLRG-Jugend Bezirk Heilbronn aktiv.




