Es war eine der emotionalsten Tierrettungen der letzten Jahre. 42 Tage lang kämpften Helfer darum, den Buckelwal Timmy aus der Ostsee zu retten und in die Nordsee zu bringen. Am 2. Mai war es endlich so weit: Timmy wurde rund 70 Kilometer vor Skagen freigelassen. Doch seitdem fehlt jede Spur von ihm. Und jetzt taucht vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal auf. Das berichtet das dänische Boulevardmagazin Ekstra Bladet.
Toter Wal vor Anholt: 75 Meter vom Ufer entfernt
Wie die dänische Umweltschutzbehörde Miljøstyrelsen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau bestätigte, liegt der Wal etwa 75 Meter vor der Küste von Anholt, mitten im Kattegat. Die Art des Tieres ist bislang nicht offiziell bestätigt, der Wal soll aber schon seit längerer Zeit tot sein.
Morten Abildstrøm, Aufseher der dänischen Naturschutzbehörde auf Anholt, geht nach eigener Einschätzung davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Gegenüber dem dänischen TV-Sender TV2 sagte er: „Er ist ziemlich groß. Wenn man ihn mit einem Fernglas betrachtet, kann man erkennen, dass er 10 bis 15 Meter groß ist."
Die Nachricht verbreitete sich schnell auf der kleinen Insel. Laut TV2 machten sich mehrere Schaulustige auf den Weg zur Küste, um einen Blick auf das gestrandete Tier zu werfen. Auf Fotos ist zu erkennen, dass die Haut des Wals keine gesunde Färbung mehr aufweist. Inselbewohner gingen bereits früh davon aus, dass das Tier tot ist. Das berichtet das dänische Online-Portal „Net Natur“.

Die entscheidende Frage, die sich alle stellen: Handelt es sich bei dem toten Wal um Timmy? Eine eindeutige Antwort gibt es bislang nicht. Auch die Wal-Initiative, die maßgeblich an Timmys Rettung beteiligt war, weiß nach BILD-Informationen derzeit nicht, ob der Wal bei Anholt identisch mit Timmy ist. Timmy war nach seiner Freilassung mit einem Tracker versehen worden. Doch das Gerät funktionierte von Anfang an nicht richtig und lieferte keine zuverlässigen Positionsdaten. Immerhin sendete der Tracker noch andere Signale – bis Sonntag. Seitdem ist auch das verstummt.
Explosionsgefahr: Behörden warnen vor dem toten Wal
Bei Niedrigwasser soll am Freitag versucht werden, dem Wal eine Gewebeprobe zu entnehmen, wie Ekstra Bladet berichtet. Diese Probe könnte zeigen, ob es sich tatsächlich um Timmy handelt. Bis dahin bleibt die Frage offen.
Die dänische Umweltschutzbehörde warnt eindringlich davor, sich dem Wal zu nähern. Der Grund: Tote Wale können Krankheiten übertragen, die auch für Menschen gefährlich sein können. Außerdem besteht eine ernste Explosionsgefahr. In toten Walen sammelt sich Gas an, das sich in einem Tier dieser Größe zu einer echten Gefahr aufstauen kann.


