Kulleraugen voller Angst

Welpen-Dealer hielten 14 Hunde im eiskalten Keller

Schockfund in Köpenick: 14 französische Bulldoggen in Kellerverschlag entdeckt. Tierheim warnt eindringlich vor Welpenkauf im Internet.

Author - Jana Hollstein
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Die Berliner Polizei hat in einem Keller in Köpenick zwölf Hundewelpen und zwei erwachsene Hündinnen, die Mütter der Welpen, entdeckt.
Die Berliner Polizei hat in einem Keller in Köpenick zwölf Hundewelpen und zwei erwachsene Hündinnen, die Mütter der Welpen, entdeckt.Polizei Berlin/dpa

Es ist ein grausiger Anblick, der sich den Polizisten in Köpenick bot: In Transportboxen in einem dunklen Kellerverschlag eines Mehrfamilienhauses fanden sie 14 französische Bulldoggen, 12 davon Welpen – teilweise von ihrer Mutter getrennt. Nun warnt das Tierheim Berlin: Augen auf beim Welpen-Kauf, damit so etwas nicht mehr passiert!

Ein trauriger Blick in die Kamera: auch dieser Welpe ist nun endlich in Sicherheit.
Ein trauriger Blick in die Kamera: auch dieser Welpe ist nun endlich in Sicherheit.polizeiberlin/Instagram

Verstaut wie Lagergut, die Kulleraugen vor Leid ganz groß – die Polizei Berlin zeigt auf Ihrem Instagram-Kanal die Realität des zwielichtigen Online-Kaufs von Welpen. „Wer solche Tiere erwirbt, unterstützt am Ende Strukturen, unter denen Tiere leiden“, sagt Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des Berliner Tierschutzvereins.

Zwielichtiger Online-Verkauf von Hunden

Statt größerer Transporte tauchten heute häufiger einzelne Welpen in Wohnungen auf, die über scheinbar private Kanäle angeboten würden. Die Tiere würden über Online-Plattformen und soziale Medien beworben und vermittelt – oft mit dem Anschein von Seriosität und Privatverkauf. Mindestens ein Welpe aus dem Keller in Köpenick soll bereits weitergegeben worden sein, bevor es von der Polizei in Sicherheit gebracht werden konnte.

Die geretteten Tiere zeigen nun mal wieder die bitterböse Wahrheit der Hunde-Dealer. Wegen tierschutzwidriger Zustände nahm die Polizei die 12 französischen Bulldoggen-Welpen und zwei Hunde-Mütter mit und leitete Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. Die Hunde werden nun medizinisch versorgt und sollen in ein geeignetes Zuhause vermittelt werden.

Die Welpen lebten in Transportboxen.
Die Welpen lebten in Transportboxen.polizeiberlin/Instagram

Viele illegale Hunde-Händler im Netz

Die Welpen sind ein besonders tragischer, aber kein Einzelfall. Im Jahr 2025 hat das Tierheim eigenen Angaben zufolge mindestens 15 Fälle mit insgesamt 28 Hunden betreut, die von Polizei oder Veterinärämtern sichergestellt oder zur weiteren Abklärung übernommen wurden. In mehreren Fällen habe es deutliche Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Hunde möglicherweise für den Weiterverkauf vermehrt oder gehandelt werden sollten. Die Dunkelziffer dürfte den Angaben nach deutlich höher liegen, da nicht alle Tiere aus Sicherstellungen beim Tierheim ankommen.

Menschen, die einen Hund aufnehmen möchten, empfiehlt das Tierheim keine anonymen Übergaben oder Käufe „aus dem Kofferraum“ zu machen, sondern sich die Elterntiere zeigen zu lassen und Unterlagen zu prüfen. Bei Unsicherheit könnten das Tierheim Berlin oder Tierschutzorganisationen kontaktiert werden.

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit dem Online-Kauf von Hunden und anderen Tieren? Schicken Sie uns einen Leserbrief mit Ihrer Meinung per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com