Reis-Container als Tarnung, Kokain in XXL-Mengen als Ware: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen einen inzwischen 40-Jährigen vor dem Landgericht Berlin I unter anderem wegen gemeinschaftlichen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Anklage erhoben.
Kokain-Schmuggel aus Brasilien nach Europa
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich spätestens im Juli 2020 einer Gruppe angeschlossen zu haben, die über Krypto-Mobiltelefone kommunizierte und mutmaßlich Kokain aus Brasilien über den Seeweg nach Europa schmuggeln wollte. Die Ware wollte sie gewinnbringend weiterverkaufen.
Schmugglerware als Reislieferung getarnt
Mutmaßlich sollte die erste Testlieferung aus Brasilien 300 Kilogramm Kokain enthalten, danach jeweils mindestens 1.000 Kilogramm. Insgesamt waren mutmaßlich 10 bis 20 Sendungen als Reislieferungen über den Hamburger Hafen geplant. Der Beschuldigte soll innerhalb der Gruppe in Deutschland für die Gründung und Führung von Scheinfirmen zur Abwicklung des Transports sowie für Lagerung und Verkauf des Rauschgifts in Berlin zuständig gewesen sein.
Dafür soll er gemeinsam mit zwei anderen Nutzern von verschlüsselten Krypto-Mobiltelefonen 200.000 Euro erhalten haben. Ob es tatsächlich zur Durchführung der Testlieferung kam, konnte bei den Ermittlungen nicht festgestellt werden.
Beschuldigte befindet sich im Maßregelvollzug
Ausgangspunkt der Ermittlungen bildete die Auswertung von Daten verschlüsselter Krypto-Mobiltelefone („Sky ECC“). Der Beschuldigte befindet sich derzeit in anderer Sache im Maßregelvollzug Berlin.
Im Jahr 2022 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen Handels mit Betäubungsmitteln zu neun Jahren und zwei Monaten Haft. Gegenstand der Verurteilung war die Nutzung des Krypto-Messengerdienstes „EncroChat“.


