Mehr als 15 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Kirsten Sahling rückt ein Berliner Kriminalfall erneut in den Fokus der Öffentlichkeit: Die ZDF-Reihe „Wahre Verbrechen“ nimmt den bis heute ungeklärten Fall der damals 39-Jährigen wieder auf.
Ein sonniger Morgen wird zum „Albtraum“
Wie das ZDF auf Anfrage von t-online bestätigte, wird die Sendung am 15. Mai um 17.10 Uhr ausgestrahlt. In der Ankündigung ist von einem „sonnigen Morgen in Berlin“ die Rede, der „zum Albtraum“ wird – und von einem Täter, der bis heute nicht gefasst ist.
Berlin wird im Spandauer Forst beim Joggen ermordet
Der Fall beschäftigt Ermittler und Angehörige seit dem Sommer 2009. Nach Angaben der Berliner Polizei war Kirsten Sahling am Morgen des 20. Juni 2009 gemeinsam mit ihrem Ehemann in den Spandauer Forst gefahren, um dort Sport zu treiben.
Während ihr Mann bereits joggte, wollte sie „zunächst Chi-Gong-Übungen“ absolvieren. Wenig später, gegen 8.50 Uhr, wurde sie im Bereich Jagen 31 von einem Unbekannten niedergestochen. Sie erlitt schwerste Verletzungen und starb noch am selben Tag in einem Krankenhaus.
Motiv des Täters ist bis heute nicht erkennbar
Besonders beklemmend: Ein Motiv ist bis heute nicht erkennbar. Selbst die Berliner Mordermittler beschreiben den Fall rückblickend als außergewöhnlich, weil weder ein Beziehungsdelikt noch ein Raub- oder Auftragsmord im Raum stand.

In einer späteren Rekonstruktion nannten Ermittler Kirsten Sahling deshalb ein mögliches Zufallsopfer. Der Mord sorgte damals in Berlin für großes Aufsehen, viele Spaziergänger und Jogger mieden den Wald noch Tage später aus Angst.
Belohnung von 5000 Euro weiter gültig
Die Berliner Staatsanwaltschaft führt das Ermittlungsverfahren weiter, wie ein Sprecher t-online erklärte. Auch die bereits vor Jahren ausgelobte Belohnung von 5000 Euro für sachdienliche Hinweise ist noch aktuell. Bereits kurz nach der Tat hatte die Mordkommission die Bevölkerung um Hinweise gebeten – mit dem Foto der Getöteten, aber auch mit einem Video, das einen möglichen Tatverdächtigen auf einem Fahrrad zeigen soll.
Der Radfahrer spielt in den Ermittlungen bis heute eine zentrale Rolle. Die Polizei beschrieb den gesuchten Mann damals als etwa 175 Zentimeter groß, schlank, mit kurzen mittel- bis dunkelblonden Haaren, ohne Bart und ohne Brille. Er soll ein weißes Oberteil und eine lange weiße Hose getragen haben. Das Fahrrad wurde als möglicherweise rot beschrieben.
Hoffnung auf neue Erkenntnisse
Dass das ZDF den Fall erneut aufgreift, könnte den ungelösten Mord wieder in Erinnerung rufen. True-Crime-Formate setzen immer wieder auf die Hoffnung, dass Zuschauer Hinweise liefern oder alte Erinnerungen plötzlich neue Bedeutung bekommen.

Das ZDF beschreibt den Berliner Fall in seiner Programmankündigung als Verbrechen „ohne erkennbares Motiv“, bei dem der Täter entkommt und die Tat „bis heute ungeklärt“ bleibt. Hinweise zum Fall können weiterhin an die 7. Mordkommission unter der Nummer (030) 46 64 – 911701 gegeben werden.




