Die Show 7 Tage, 7 Köpfe ist zurückgekehrt. Was könnte da noch kommen? RTL / STEFFEN Z WOLFF / BRAINPOOL

Der Kölner TV-Sender RTL war sich schon bewusst, was er da macht. In der fiktiven Pressekonferenz zum Comeback von „7 Tage, 7 Köpfe“ musste sich der neue Moderator Guido Cantz zahlreichen Fragen stellen, die eher in die 1990er als in die 2020er Jahre gepasst hätten. Denn aus diesem Jahrzehnt stammt die Sendung, die nun wieder neu aufgelegt wird. Und es ist nicht die einzige: Denn seit dem vergangenen Herbst läuft auf Sat.1 bereits „Geh aufs Ganze“, bald schon sind neue Folgen von „Frei Schnauze“ zu sehen, zudem soll an einem Comeback von „Der Preis ist heiß“ gearbeitet werden und vor einigen Jahren gab es bereits Versuche mit Glücksrad und Familienduell. Und langsam fragt man sich: Was soll da noch kommen? Ich hätte da einige Ideen.

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Fernsehen: Früher war nicht alles besser

Vorab sei gesagt: Nicht alles, was es früher gab, war automatisch besser. Ohnehin erinnern wir uns hauptsächlich an sogenannte Kult-Shows, mit denen wir positive Erlebnisse und Momente verbinden. Andere Sendungen haben wir schlicht vergessen, weil wir gar nicht oft genug eingeschaltet haben, damit sie uns in Erinnerung bleiben. Man muss nur einmal durch den Wikipedia-Eintrag von Oliver Pocher scrollen, um eine ganze Reihe von Shows zu finden, die schon früher ziemlich unlustig und irgendwie auch egal waren – und heute sicher kein Revival brauchen.

Ähnliches gilt für die geballte Sammlung an Gerichtsshows, die in den Nullerjahren beinahe das komplette Nachmittagsprogramm von RTL und Sat.1 abdeckten. Unterirdische Laiendarsteller, bemitleidenswerte Drehbuchautoren, die vor der Aufgabe standen auch nach einem Jahr noch „neue“ Fälle zu schreiben, und Juristen, deren Drang nach Ruhm so gar nicht zu ihren Unterhaltungsfähigkeiten passte, machten die Shows einzigartig. Einzigartig schlecht.

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Richterin Barbara Salesch war viele Jahre ein fester Bestandteil des deutschen Fernsehens. Imago/Horst Galuschka

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Und da wäre natürlich noch die Krönung der TV-Langeweile: Der Domino-Day, bei dem eine erstaunliche Menge an Menschen immer wieder kleinen Steinen dabei zugeguckt hat, wie sie fallen, oder eben nicht. Dazwischen wurde der schwitzende Projektleiter gezeigt, der versicherte, dass die bei der „Gelben Mühle“ eigentlich alle Steine richtig gestanden hätten, der Rekord aber noch möglich sei, wenn denn das Tulpenfeld falle und dafür gebe es immerhin zwei Notlinien.

Genug gemeckert: Diese Shows wünsche ich mir zurück

Doch genug gemeckert. Es gab in der Vergangenheit auch großartige Sendungen im Fernsehen. Und damit sind nicht nur Filmklassiker wie „Star Wars“ gemeint, sondern auch klassische Fernsehsendungen, an die ich mich immer gerne zurückerinnere. Aus der jüngeren Vergangenheit wäre da sicher Pastewka zu nennen, oder, wenn der Bochumer Schauspieler nun schon einmal genannt ist, auch „Die Wochenshow“, wo er an der Seite von Ingolf Lück und Anke Engelke brillierte. Auch wenn sicher nicht alle Witze gut gealtert sind. Ähnliches gilt für die Serie Stromberg, deren Stimmung aber nun aber dank „Die Discounter“ in der Jetzt-Zeit angekommen ist.

Wenn ich an TV-Shows von früher denke, denke ich an viele verschiedene Genres; seien es die genannten Comedysendungen, die Fußballsendung Laola, die Highlights aus allen europäischen Topligen zeigte, oder (ich war in den 90ern schließlich ein Kind) die Anime-Serie Captain Tsubasa.

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Takeshi's Castle wurde von Japan aus in die ganze Welt exportiert. Screenshot/Takeshis Castle

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Doch eine Show mag mir so gar nicht aus dem Kopf gehen: Die aus Japan stammende Spielshow „Takeshi’s Castle“, die so etwas wie die reale Umsetzung eines Super Mario-Gameboy-Spiels war. Von 1986 bis 1989 wurde das Original in Japan aufgezeichnet, erst zehn Jahre später wurden die Folgen stark zusammengeschnitten in Deutschland ausgestrahlt. In mehreren Ländern gab es seither Versuche, die Show wieder aufleben zu lassen - mit unterschiedlichem Erfolg. Und das ist schade. Sollte ein Comeback hierzulande nur an Kandidaten scheitern: Ich wäre dabei!

Domescu Möller schreibt jeden Donnerstag im KURIER über die Welt des Fernsehens.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.