Es ist wieder so weit: Sobald die Temperaturen in Berlin schwindelerregende Höhen erreichen, werden Fahrten mit U-Bahn und Co. drastisch unangenehmer. Nicht nur wegen der stickigen Hitze an sich, sondern vor allem wegen der Geruchsbelästigung durch schwitzende Berliner.
U-Bahn statt Frischluft: Willkommen im Pumakäfig
Als geruchssensibler Mensch sind Öffifahrten im Sommer meine persönliche Hölle. Wenn ich kann, weiche ich auf das Fahrrad aus. Doch mein Arbeitsweg ist dafür leider einfach zu lang – also stelle ich mich wohl oder übel dem Pumakäfig, zu dem jede U-Bahn bei über 30 Grad wird. Inklusive kostenloser Duftprobe aus 20 Richtungen gleichzeitig.

In Berlin erkennt man die Temperatur nicht am Thermometer, sondern an der Luft in der U-Bahn. Manche Menschen können wohl nichts für ihren Körpergeruch. Aber trotzdem frage ich mich bei dem beißenden Gestank in der vollen Stadt-S-Bahn: Haben hier heute wirklich alle geduscht? Ein Deo benutzt? Und noch viel schlimmer: Warum sind die Fenster zu?
Fenster zu bei 30 Grad? Ernsthaft?
Es gibt auch bei über 30 Grad immer noch Menschen, die die Fenster in der S-Bahn mit einem lauten Knall zuschmeißen – weil es angeblich zu sehr zieht. Das grenzt meiner Meinung nach schon an Folter und sollte verboten werden. Das bisschen frische Luft, das man durch den Fahrtwind zwischen den Stationen abbekommt, kann einen großen Unterschied machen.
Und doch scheinen manche Menschen lieber in einer stinkenden Sauna zu sitzen. Leider ohne jegliches Wellness-Gefühl.
Der tägliche Geruchs-Stresstest
Der japanischen Modekette Uniqlo ist dazu jüngst eine geniale Werbekampagne eingefallen. An den Bahnsteigen der U8 wirbt sie für ihre luftdurchlässige Anti-Schwitz-Kleidung Airism mit lustigen Sprüchen wie „Unterirdisch fahren statt unterirdisch schwitzen“. Selten war Werbung näher an der Wirklichkeit.



