Schranken an Bahnhöfen

CDU will Zugangssperren für Berliner U-Bahn testen

Nur noch mit Ticket auf den Bahnsteig: Die CDU will Berlins U-Bahn grundlegend umbauen. Betroffen wären zunächst drei wichtige Linien.

Author - Stefan Doerr
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Am U-Bahnhof Alexanderplatz fährt eine U-Bahn der U5 ein. Die CDU will auf der Linie Schranken testen.
Am U-Bahnhof Alexanderplatz fährt eine U-Bahn der U5 ein. Die CDU will auf der Linie Schranken testen.Christophe Gateau/dpa

Nur noch mit Ticket auf den Bahnsteig? Die Berliner CDU will die U-Bahn grundlegend umbauen und setzt auf Zugangssperren an den Stationen, wie es zum Beispiel in Paris üblich ist. Ziel ist ein „durchgängig modernisiertes, automatisiertes und geschlossenes U-Bahn-System“.

Drei U-Bahn-Linien sollen in den Testbetrieb

„Das langfristige Ziel ist der Aufbau eines durchgängig modernisierten, automatisierten und geschlossenen U-Bahn-Systems“, heißt es in dem Papier. Was trocken klingt, wäre ein massiver Eingriff in den Alltag von Millionen Berlinerinnen und Berlinern. Denn auf den Bahnsteig kommt künftig nur, wer vorher durch eine kontrollierte Schleuse geht.

Einen entsprechenden Antrag hat die CDU-Fraktion bei ihrer Klausurtagung in Stromberg in Rheinland-Pfalz beschlossen. Künftig soll der Weg zu den U-Bahn-Steigen nur noch über kontrollierte Zugänge möglich sein. Eine Idee, die vor allem für Behinderte und Eltern mit Kinderwagen den Zugang zur U-Bahn erschweren könnte.

Wer in Paris mit der Metro fahren will, muss durch solche Sperren. Die Berliner CDU möchte sie auch in Berlin einführen, um Bahnhöfe sauberer und sicherer zu machen.
Wer in Paris mit der Metro fahren will, muss durch solche Sperren. Die Berliner CDU möchte sie auch in Berlin einführen, um Bahnhöfe sauberer und sicherer zu machen.Frank Sorge/imago

CDU will mehr Sicherheit und weniger Vandalismus

Zunächst wollen die Christdemokraten das Modell auf den Linien U5, U7 und U8 testen. Anschließend könnten weitere Strecken folgen. „In einem ersten Schritt soll das geschlossene System auf den U-Bahn-Linien 5, 7 und 8 eingeführt und erprobt werden.“

Die CDU verspricht sich von dem Vorhaben mehr Sicherheit und weniger Vandalismus. „Ein geschlossenes U-Bahn-System mit Zugangssperren bietet zahlreiche Vorteile für Fahrgäste, Verkehrsbetriebe und die öffentliche Sicherheit“, argumentiert die Fraktion.

CDU-Fraktionschef Dirk Stettner sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir wollen die Berliner U-Bahn sicherer, sauberer und verlässlicher machen. Ein geschlossenes U-Bahn-System mit kontrollierten Zugängen kann dazu beitragen, Schwarzfahren zu erschweren, Vandalismus zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste spürbar zu stärken.

Und Stettner ergänzt: „Unser Ziel ist eine moderne U-Bahn, die besser gesteuert werden kann, zuverlässiger fährt und jeden Tag mehr Vertrauen bei den Berlinerinnen und Berlinern schafft.“

Nach den Vorstellungen der CDU sollen Bahnsteige künftig grundsätzlich nur noch mit gültigem Fahrschein erreichbar sein. Schwarzfahren wäre damit deutlich schwieriger als bisher.

Dirk Stettner (CDU) will einen großen Digitalisierungsschub für die Berliner U-Bahn.
Dirk Stettner (CDU) will einen großen Digitalisierungsschub für die Berliner U-Bahn.imago/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler

Die Fraktion verspricht sich davon auch finanzielle Vorteile. „Dadurch steigen die Fahrgeldeinnahmen und es müssen weniger Ressourcen für aufwendige Fahrscheinkontrollen eingesetzt werden“, argumentieren die Abgeordneten. „Auch Sauberkeit und Ordnung profitieren von einem geschlossenen System.“

Die CDU denkt dabei bereits einen Schritt weiter. Zugangssperren seien die Voraussetzung für neue digitale Tarifmodelle. „Fahrgäste können beispielsweise automatisch nach tatsächlich gefahrenen Strecken abrechnen“, argumentieren die Parlamentarier.

Im Mittelpunkt steht aus Sicht der CDU eine umfassende Modernisierung der Berliner U-Bahn. Geplant sind ein digital unterstütztes Betriebsmanagement, Echtzeitsteuerung für Betrieb und Sicherheit sowie „KI-gestützte Analysen von Fahrgastströmen und sicherheitsrelevanten Situationen“. Die Berliner U-Bahn könnte damit vor ihrem bislang größten Digitalisierungsschub stehen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com