Hertha BSC

Zehn Mann, zwei Traumtore, Hertha-Sieg

Hertha versöhnt sich beim letzten Heimspiel der Saison mit einem 2:1 gegen Greuther Fürth mit den Fans. Eichhorn und Cuisance glänzen als Torschützen.

Author - Wolfgang Heise
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Wunderkind Kennet Eichhorn trifft für Hertha BSC zum 1:0 gegen Greuther Fürth.
Wunderkind Kennet Eichhorn trifft für Hertha BSC zum 1:0 gegen Greuther Fürth.dpa/Andreas Gora

Ein versöhnlicher Heimsieg zum Schluss. Hertha BSC gewinnt im Olympiastadion vor 44.621 Fans mit nur zehn Mann dank eines Traumtores von Wunderkind Kennet Eichhorn mit 2:1 (0:0) gegen Abstiegskandidat Greuther Fürth. Eine Stunde mussten die Bau-Weißen in Unterzahl spielen, weil Josip Brekalo Rot sah.

Hertha-Fans feiern Leistner beim Abschied

Fünf Bilderrahmen, fünf Blumensträuße, fünf Abschiede und einmal minutenlanger Sprechchor. Tim Hoffmann, Jeremy Dudziak, Diego Demme, Jay Brooks und Toni Leistner wurden vor dem letzten Heimspiel der Saison verabschiedet. Leistner war als letzter Spieler dran, der ab 2026/27 nicht mehr zum blau-weißen Kader gehört. Die Fans in der Ostkurve feierten den alten Haudegen und sangen: „Toni Leistner, Toni Leistner!“

Das war keine Überraschung, die fand man auf dem Spielberichtsbogen. Trainer Stefan Leitl ließ Mittelstürmer Luca Schuler auf der Bank, für ihn rückte Flügelflitzer Marten Winkler ins Angriffszentrum. Das Spiel begann, wie alle es erwartet hatten.

Abseitstor von Cuisance

Abstiegskandidat Greuther Fürth stellte sich hinten rein und die blau-weißen Profis versuchten zunächst mit Dominanz den Vorwärtsgang. In der 28. Minuten jubelten Herthas Fans, doch zu früh. Michael Cuisance hatte nach einem Dribbling eingenetzt. Doch erstand dabei im Abseits, kein Tor.

Dann nahm das Spiel mal wieder auf tragische Weise eine Wende. Bei einem Fürther Konter lief Felix Klaus dem am zurück sprintenden Josip Brekalo vor die Füße und fiel hin (32.). Schiedsrichter Michael Bacher entschied auf Notbremse und Rote Karte für den Kroaten.

Schiedsrichter Michael Bacher zeigt Herthas Josip Brekalo die Rote Karte in der 32. Minute.
Schiedsrichter Michael Bacher zeigt Herthas Josip Brekalo die Rote Karte in der 32. Minute.IMAGO/Michael Taeger

Rot für Herthas Brekalo

Brekalo konnte es nicht verstehen und zeigte an, dass ihn Klaus gekreuzt hatte und er nicht mit Absicht den Fuß getroffen hatte. Es interessierte den Unparteiischen nicht und Hertha spielte nur noch mit zehn Mann.

Eichhorn trifft nach Traumsolo zum 1:0

Bis zur Pause konnten die Blau-Weißen das 0:0 erstmal sichern. Nach dem Wiederanpfiff machte Fürth mehr Druck, aber dann hatte Wunderkind Kennet Eichhorn seinen genialen Moment. Nach einem Pass von Kapitän Fabian Reese lief Eichhorn im Stile von Kaiser Franz Beckenbauer an drei Fürthern vorbei in den Strafraum und traf mit dem rechten Fuß zum 1:0 (55.). Was für eine Gala, doch vielleicht die letzte des Jahrhunderttalents im Olympiastadion. Ein Verkauf Eichhorns steht bevor.

Nach 69 Minuten war für Eichhorn Schluss. Bei seiner Auswechslung wurde er von den Fans gefeiert. Gebannt schaute er auf der Bank die Schlussphase. Auch Reese versuchte ein Solo, wurde von Fürths Jannik Dehm geschubst. Herthas Kapitän forderte Elfmeter. Doch der Pfeifenmann gab ihn nicht. Reese protestierte wütend und sah dafür noch Gelb.

Doch dann kam nochmal Freude auf. Cuisance traf wunderschön aus 16 Metern direkt in den linken Torwinkel zum 2:0 (84.). Fünf Minuten machte Fürths Stürmer Noel Futkeu per Kopf noch den Anschlusstreffer. Doch Hertha ließ sich diesen Sieg nicht mehr nehmen.