Knallharter Jugendkurs

Pal Dardai baut an Herthas Zukunft, doch wie sieht seine eigene aus?

Das 2:1 in Wolfsburg war ein Vorgeschmack auf das neue, junge Hertha-Team. Ob mit oder ohne Trainer Dardai, das ist noch immer offen.

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Pal Dardai gibt die Richtung vor. Der Trainer baut nach Herthas Abstieg gerade ein neues Team mit jungen Spielern auf.
Pal Dardai gibt die Richtung vor. Der Trainer baut nach Herthas Abstieg gerade ein neues Team mit jungen Spielern auf.imago images/Contrast

Am 26. Juni startet Hertha BSC wieder mit dem Training. Für welche Liga? Das ist noch offen. Zweite Liga oder bei Lizenzentzug Regionalliga. Doch mit diesen dunklen Gedanken beschäftigt sich Pal Dardai momentan nicht so sehr. Die Vereinsikone, bei der noch immer nicht klar ist, ob es beim Trainerposten bleibt, hat längst den Schalter auf die Zukunft, auf das neue Team gelegt. 

Der 2:1-Sieg beim VfL Wolfsburg war das Abschiedsspiel der Blau-Weißen aus der Bundesliga und gleichzeitig ein zarter Neubeginn der Hoffnung. Dardai hatte mit Torwart Tjark Ernst (29) und Pascal Klemens (18, unterschrieb Pfingstmontag einen Vertrag bis 2026) gleich zwei Debütanten gebracht. Dazu wurden Derry Scherhant (20), 1:1-Torschütze Ibrahim Maza (17), Tony Rölke (20) und Julian Eitschberger (19) eingewechselt. Außerdem saßen noch Joel Miguel Da Silva Kiala (19) und Veit Stange (19) auf der Bank.

„Das Spiel war schön für die nächste Saison“

Dardai hatte sich bewusst so für die Jugendtruppe entschieden, und die Talente lieferten ab. „Die jungen Spieler sind gut bei Hertha BSC. Man muss ihnen eine Chance geben und auch ein bisschen Geduld haben“, sagte Dardai.

Der Coach ging sogar noch weiter mit seinem Lob: „Einsatz, Disziplin, Laufbereitschaft, Jugend. Das war für uns ein schöner Tag. Die Atmosphäre in der Mannschaft hat funktioniert. Das Spiel war schön für die nächste Saison. Es war gut für die Moral. Es ist schön für die Jugendspieler.“

Dardai: „Torschütze Maza hat ein Talent von Gott“

Herthas Talent Ibrahim Maza trickst im Training. Da staunt sogar Lucas Tousart im Hintergrund.
Herthas Talent Ibrahim Maza trickst im Training. Da staunt sogar Lucas Tousart im Hintergrund.Engler/imago images/nordphoto

Dardai, mal Cheftrainer, mal Jugendtrainer, seit er seine Spielerkarriere 2012 beendet hat, kennt beide Welten. Und er hat das Gespür, wie man junge Spieler richtig motiviert. Über den Torschützen Maza erzählt er eine kurze Anekdote: „Ibo war schon in der U16 mein Spieler. Ich habe damals zu ihm gesagt: Wenn du weiter so faul bleibst, schaffst du gar nichts. Du hast ein Talent wie kein anderer beim Nachwuchs von Hertha BSC. Dein Tempodribbling ist unbeschreiblich. Ein Talent von Gott. Danach war er jeden Tag fleißig.“

Der Ungar ist eigentlich die Idealbesetzung für die Mission „Berliner Weg“. Das finden auch viele Fans. Einige haben sogar schon eine Petition ins Leben gerufen, damit Dardai Trainer bleibt. Doch noch gibt es keine Entscheidung bei der T-Frage. Dardai: „Ich habe meine Kader-Analyse abgegeben. Die wird noch bewertet. Nächste Woche kriegt man mit, ob wir weiterarbeiten oder nicht.“

Doch für Dardai gibt es Dienstag (16.30 Uhr) noch einen ganz anderen wichtigen Termin. Sein jüngster Sohn Bence (17) spielt mit Deutschlands U17 bei der EM im Halbfinale gegen Polen. Papa Pal drückt da ganz kräftig die Daumen.

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