Torflaute beim Fan-Liebling

Nur zwei Elfmetertore! Hertha-Kapitän Reese sucht seinen Killerinstinkt

Hertha-Flügelflitzer Fabian Reese trifft einfach das Tor nicht. Schon fünf Großchancen hat er verballert.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Kapitän Fabian Reese schaut gebückt ins Leere. Die Enttäuschung war beim Fan-Liebling nach dem 0:2 gegen den 1. FC Magdeburg groß.
Hertha-Kapitän Fabian Reese schaut gebückt ins Leere. Die Enttäuschung war beim Fan-Liebling nach dem 0:2 gegen den 1. FC Magdeburg groß.City-Press

Hertha-Kapitän Fabian Reese (28) pusht das Team mit seinem Ehrgeiz, doch er selbst schießt keine Tore mehr aus dem Spiel. Reese sucht in dieser Saison bei Hertha BSC noch immer seinen Torinstinkt. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Vergangene Saison drehte Reese nach seiner achtmonatigen Verletzungspause voll auf. Er strotzte vor Spielfreude. Elf Tore in 15 Rückrundenspielen. Jetzt trifft er einfach das Tor nicht. Nach einer Minute und 36 Sekunden hatte Reese beim 0:2 gegen den 1. Magdeburg die Riesenchance zur Blitzführung. Doch er schoss aus fünf Metern knapp neben den linken Pfosten. Vor einem halben Jahr hätte er wahrscheinlich im Schlaf das Ding noch reingemacht.

Trainer Stefan Leitl stöhnte wegen der verpassten Torchance: „Wir müssen 1:0 durch Fabi Reese in Führung gehen. Das war ein Riesenbrett.“ Ja, aber für den Fanliebling scheint das Tor momentan wie vernagelt.

Reese zu seiner Mega-Chance: „Den kann man natürlich machen“

Reese selbst sagt: „Das war sehr, sehr schade. Den kann man natürlich machen. Das wäre natürlich ein Topstart gewesen.“ Danach versucht er, zu erklären, warum es nicht geklappt hat: „Es war so, dass Mika (Michael Cuisance, Anm. d. Red.) mir entgegenkam und auch gefühlt ausholen wollte. Und dann war ein Magdeburger noch dazwischen und der Winkel so, dass ich nicht richtig an den Ball kam.“

Hertha-Liebling Fabian Reese schießt und schießt, aber der Ball will bei ihm einfach nicht ins Tor.
Hertha-Liebling Fabian Reese schießt und schießt, aber der Ball will bei ihm einfach nicht ins Tor.imago/Herbertz/Nico Herbertz

Am Ende ist es aber so, dass der Stürmer erst zwei Elfmetertore (beim 2:3 in Bochum und beim 2:0 gegen Dresden) auf seinem Konto hat. Der genauere Blick auf die Torflaute: Vergangene Saison spielte Reese unter Leitl als Mittelstürmer, jetzt ist er wieder Flügelstürmer. Und da stimmt seine bisherige Quote: Sieben Tore bereitete er vor, das ist Top.

Reese hat eine Rolle als Kapitän und Flügelstürmer

Dazu hat der blau-weiße Liebling noch eine andere Aufgabe. Er ist Kapitän und muss bezüglich des Teamgeistes als Vorbild fungieren und die Mannschaft führen. Seine Rolle ist in dieser Saison neu. Dazu spielt er jetzt meistens rechts als Außenstürmer und nicht mehr links wie noch in seiner ersten Hertha-Saison unter Ex-Trainer Pal Dardai.

Seine Quote damals: 14 Torvorlagen und neun Treffer (davon drei Elfer) in 31 Liga-Spielen. Rechnet man es runter: Als Torvorbereiter auf dem Flügel ist er sehr gut, aber als Vollstrecker hat er nachgelassen.

Reese ist selbstkritisch und sagte nach der Heimpleite: „Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. In der zweiten Halbzeit waren wir außen aktiver und sind häufiger ins Eins-gegen-Eins gegangen. Vielleicht hatten wir am Ende nicht die nötige Entschlossenheit und Überzeugung, das Ding reinzumachen.“

Reese schoss bisher in 15 Saisonspielen 29-mal aufs Tor, 20 Schüsse gingen daneben. Verpasste Großchancen, wie gegen Magdeburg in der 2. Minute, gab es bisher schon fünf. Reese sucht seinen Killerinstinkt.