Hertha BSC

Dieser Ex-Unioner verstärkt Hertha in der neuen Saison

Ab 1. Juli wird der Sportmediziner Dr. Fabian Plachel Mannschaftsarzt bei Hertha BSC. Davor war er schon beim 1. FC Union und Eintracht Frankfurt tätig.

Author - Wolfgang Heise
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Der Sportmediziner Fabian Plachel war von 2020 bis 2022 Mannschaftsarzt des 1. FC Union Berlin. Jetzt kommt er zu Hertha BSC.
Der Sportmediziner Fabian Plachel war von 2020 bis 2022 Mannschaftsarzt des 1. FC Union Berlin. Jetzt kommt er zu Hertha BSC.Matthias Koch/imago

Das Team um das Team wird bei Hertha BSC verstärkt. Ein neuer Mannschaftsarzt kommt. Ein ganz besonderer Job bei den Blau-Weißen. Doch dazu später mehr. Der neue Doc ist ein Ex-Unioner. Es wird Fabian Plachel (36).

Plachel war zwei Jahre der Doc beim 1. FC Union

Der gebürtige Münchner mit österreichischem Pass ist ausgebildeter Sportmediziner, war über lange Jahre an der Charité tätig. So kam er 2020 auch zum Job als Mannschaftsarzt des 1. FC Union Berlin. Die Köpenicker pflegen seit Jahren engen Kontakt zu Berlins Top-Klinik.

Plachels Liebe zum Fußball geht so weit, dass er sogar zu seiner Studentenzeit einen Fußballverein in Wien gründete. In der Sportmedizinbranche hat er sich trotz seines jungen Alters ziemlich schnell einen guten Namen gemacht.

Mannschaftsarzt Fabian Plachel mit Ex-Unioner Robert Andrich (l.) auf dem Trainingsplatz des 1. FC Union.
Mannschaftsarzt Fabian Plachel mit Ex-Unioner Robert Andrich (l.) auf dem Trainingsplatz des 1. FC Union.Matthias Koch/imago

Plachels Fauxpas in Frankfurt

Deswegen lotste ihn Eintracht Frankfurt 2022 an den Main. Doch dort kam es im Herbst 2025 zum Fauxpas. Vor dem Auswärtsspiel in Heidenheim behandelte Plachel den FCH-Spieler Mathias Honsak ohne Absprache. Als Arzt ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Doch als Mannschaftsarzt geht das in der Fußballbranche nicht. Deswegen feuerte ihn Frankfurt.

Mehrere Bundesliga-Klubs machten ihm danach ein Angebot. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich: „Wir waren da schon länger in Gesprächen und haben uns da tatsächlich auch mal gegen größere Namen durchsetzen können, weil wir einfach auch die Person von der Idee überzeugen konnten, was wir hier aufbauen und was wir hier vorhaben.“ Herthas Vorteil: Plachel wollte zurück nach Berlin und hat Kontakt zum Mediziner-Netzwerk an der Charité.

Hertha hatte schon vor 100 Jahren einen Teamarzt

Warum bedeutet der Mannschaftsdoktor gerade bei Hertha so viel? Der Traditionsverein war in Deutschland der erste Klub, der überhaupt einen Mannschaftsarzt hatte – und zwar schon vor über 100 Jahren! Dr. Hermann Horwitz stieß 1924 zum blau-weißen Team und half nicht nur bei Verletzungen.

Ein Stolperstein in der Nachodstraße in Wilmersdorf erinnert an Herthas ersten Mannschaftsarzt Dr. Hermann Horwitz.
Ein Stolperstein in der Nachodstraße in Wilmersdorf erinnert an Herthas ersten Mannschaftsarzt Dr. Hermann Horwitz.stolpersteine-berlin.de

Er leistete frühe Pionierarbeit auf dem Gebiet der Sportmedizin, beschäftigte sich mit Ernährungsfragen, Psychologie und schrieb sogar ein Buch über Sportmassagen. Durch seine Arbeit hatte Hertha einen Wettbewerbsvorteil. Der Klub wurde 1930 und 1931 Deutscher Meister. Zwei Jahre später war Adolf Hitler an der Macht und das barbarische Drama begann. Da Horwitz Jude war, wurde er 1943 von den Nazis in nach Auschwitz deportiert und dann ermordet. Hertha hält den Doktor für immer in Ehren.

Dr. Müller-Wohlfahrt fing bei Hertha an

Doch beim Klub war auch der berühmteste Mannschaftsarzt Deutschlands. Was viele nicht wissen: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der Jahrzehnte eine Ikone des FC Bayern und beim DFB war, machte von 1975 bis 1977 sein erste Erfahrungen als Doc bei Hertha, bevor er an die Isar wechselte. Jetzt kommt Plachel, um die Spieler fitter und weniger verletzungsanfällig zu machen. Ab 1. Juni macht er sich von jedem Spieler erst mal ein genaues Bild.