Das Team um das Team wird bei Hertha BSC verstärkt. Ein neuer Mannschaftsarzt kommt. Ein ganz besonderer Job bei den Blau-Weißen. Doch dazu später mehr. Der neue Doc ist ein Ex-Unioner. Es wird Fabian Plachel (36).
Plachel war zwei Jahre der Doc beim 1. FC Union
Der gebürtige Münchner mit österreichischem Pass ist ausgebildeter Sportmediziner, war über lange Jahre an der Charité tätig. So kam er 2020 auch zum Job als Mannschaftsarzt des 1. FC Union Berlin. Die Köpenicker pflegen seit Jahren engen Kontakt zu Berlins Top-Klinik.
Plachels Liebe zum Fußball geht so weit, dass er sogar zu seiner Studentenzeit einen Fußballverein in Wien gründete. In der Sportmedizinbranche hat er sich trotz seines jungen Alters ziemlich schnell einen guten Namen gemacht.

Plachels Fauxpas in Frankfurt
Deswegen lotste ihn Eintracht Frankfurt 2022 an den Main. Doch dort kam es im Herbst 2025 zum Fauxpas. Vor dem Auswärtsspiel in Heidenheim behandelte Plachel den FCH-Spieler Mathias Honsak ohne Absprache. Als Arzt ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Doch als Mannschaftsarzt geht das in der Fußballbranche nicht. Deswegen feuerte ihn Frankfurt.
Mehrere Bundesliga-Klubs machten ihm danach ein Angebot. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich: „Wir waren da schon länger in Gesprächen und haben uns da tatsächlich auch mal gegen größere Namen durchsetzen können, weil wir einfach auch die Person von der Idee überzeugen konnten, was wir hier aufbauen und was wir hier vorhaben.“ Herthas Vorteil: Plachel wollte zurück nach Berlin und hat Kontakt zum Mediziner-Netzwerk an der Charité.
Hertha hatte schon vor 100 Jahren einen Teamarzt
Warum bedeutet der Mannschaftsdoktor gerade bei Hertha so viel? Der Traditionsverein war in Deutschland der erste Klub, der überhaupt einen Mannschaftsarzt hatte – und zwar schon vor über 100 Jahren! Dr. Hermann Horwitz stieß 1924 zum blau-weißen Team und half nicht nur bei Verletzungen.

Er leistete frühe Pionierarbeit auf dem Gebiet der Sportmedizin, beschäftigte sich mit Ernährungsfragen, Psychologie und schrieb sogar ein Buch über Sportmassagen. Durch seine Arbeit hatte Hertha einen Wettbewerbsvorteil. Der Klub wurde 1930 und 1931 Deutscher Meister. Zwei Jahre später war Adolf Hitler an der Macht und das barbarische Drama begann. Da Horwitz Jude war, wurde er 1943 von den Nazis in nach Auschwitz deportiert und dann ermordet. Hertha hält den Doktor für immer in Ehren.



