Er hatte vor dem Spiel noch ein Fünkchen Hoffnung, dass Hertha BSC noch im Aufstiegsrennen zur Aufholjagd blasen kann. Nach der 2:5-Blamage beim SC Paderborn ist auch das bei Trainer Stefan Leitl erloschen. Er hakt den Aufstieg ab. Er rechnete mit der Nicht-Leistung seines Teams ab.
Leitl: „Richtig auf die Fresse bekommen“
„Mir fehlen ein bisschen die Worte. weil ich meine Mannschaft in der Form, wie wir uns heute präsentiert haben, noch nicht gesehen habe. Für uns war es im Vorfeld noch mal gefühlt eine Chance gewesen, um vielleicht noch ein Zeichen an die Liga zu setzen, dass mit uns noch zu rechnen ist. Die Chance haben wir kläglich vergeben“, legte Leitl in scharfen Worten los.
Er blieb schonungslos in der Kritik: „Das war nicht das, was wir spielen können von jedem Einzelnen in Bezug auf Zweikampf, Laufen und Durchschieben war gar nichts zu sehen. Daher spiegelt das Ergebnis auch die Leistung wider.“ Hertha hat einer der teuersten Kader der Zweiten Liga, viele gute Techniker sind im Team. Doch da fehlte in diesem Endspiel viel mehr.

Leitl: „Man spricht ja von Qualität. Ich höre jede Woche Qualität, Qualität. Qualität hat viele Merkmale, eines davon ist auch mentale Kapazität, die war bei Paderborn in jeder Phase zu spüren, bei uns nicht. Vielleicht war der Druck zu groß, das lasse ich aber nicht gelten. Denn was ist schöner, als um etwas zu spielen und sich gegen Widerstände zu wehren? Ich bin wirklich enttäuscht, dass wir nicht das auf dem Platz bekommen zu haben, was wir spielen können. Wir haben in den letzten Tagen richtig auf die Fresse bekommen.“
Das ernannte Saisonziel ist nach dem 23. Spieltag ad acta gelegt. Keiner glaubt mehr an den Aufstieg. Leitl sagt es deutlich: „Ja, die Tür ist zu und abgesperrt. Jetzt geht es noch darum, bestmöglich abzuschneiden. Ich will eine deutliche Reaktion meiner Mannschaft am nächsten Wochenende im Heimspiel gegen Nürnberg sehen.“ Und was sagten die Spieler?
Luca Schuler
„Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute in allen Belangen unterlegen, deswegen haben wir völlig zu Recht verloren. Für die Art und Weise dieser Niederlage können wir uns nur bei allen Fans entschuldigen.“
Paul Seguin
„Wir sind traurig über diese schlechte Leistung und werden darüber sprechen. Auf diesem Platz hätten wir vielleicht noch dreckiger spielen müssen, um die Zweikämpfe und zweiten Bälle zu gewinnen. Hinter uns liegen zwei bittere Wochen, der Druck von außen wird natürlich mehr. Wir müssen unseren Job machen, denn wir haben eine Verantwortung für den Verein.“

Niklas Kolbe
„Es gibt keine Ausreden für diese Leistung. Wir alle sind unserem Anspruch nicht gerecht geworden. Ob Körpersprache, Zweikampfverhalten oder Wille – es hat überall gefehlt. Jeder muss sich jetzt selbst hinterfragen, ob er 100 Prozent für die Fahne auf dem Trikot gegeben hat. Das große Ziel können wir jetzt aber vergessen, der Rückstand ist einfach zu groß.“
Toni Leistner
„Bei so einer Leistung, hat man mit dem Aufstiegsrennen gar nichts zu tun. Wir müssen das Spiel aufarbeiten und können uns dann neue Ziele setzen.“



