Kommentar

Saisonziel verfehlt, Hertha muss elfmal zum Charaktertest

Nach der 2:5-Blamage in Paderborn geht es bei Hertha BSC nur noch um Schadensbegrenzung bis zum Saisonende.

Author - Wolfgang Heise
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Herthas Profis gingen mit hängenden Köpfen zu den 1500 mitgereisten blau-weißen Fans. Das Saisonziel wird nach dem 2:5 in Paderborn verfehlt.
Herthas Profis gingen mit hängenden Köpfen zu den 1500 mitgereisten blau-weißen Fans. Das Saisonziel wird nach dem 2:5 in Paderborn verfehlt.Florian Pohl

Der Aufstieg ist futsch, aber das Ende aller Träume war beschämend. Hertha BSC geht ohne echten Kampf beim SC Paderborn mit 2:5 unter. Was war da bloß los? Es sieht nach mentaler Negativspirale aus.

Null Leistung im ersten Aufstiegsendspiel

Die erste Hoffnung platzte im Pokal vor zwölf Tagen. Starkes Spiel, trotzdem unglücklich im Viertelfinale gegen den SC Freiburg verloren. Es folgte die 2:3-Heimpleite gegen Hannover 96. Der letzte Strohhalm für die Rückkehr in die Bundesliga wäre ein Sieg in Paderborn gewesen.

Julian Eitschberger, Toni Leistner, Tjark Ernst und Marton Dardai von Hertha BSC sind enttäuscht nach einem der fünf Gegentreffer.
Julian Eitschberger, Toni Leistner, Tjark Ernst und Marton Dardai von Hertha BSC sind enttäuscht nach einem der fünf Gegentreffer.City-Press/Florian Pohl

Doch in Ostwestfalen ging an diesem Sonntag gar nichts. Die Defensive zu schläfrig, die Offensive fand fast überhaupt nicht statt. Wie konnte so etwas in einem Spiel passieren, bei dem es ultimativ um das Saisonziel ging? Wochenlang gab es trotz Rückschlägen das blau-weiße Mantra: „Wir glauben noch an den Aufstieg!“

Saison gelaufen, was nun?

Aus den ersten sechs Partien im Jahr 2026 hätten die Profis eigentlich zwölf Punkte gegen die unmittelbaren Konkurrenten holen müssen. Es wurden nur sechs Zähler. Die erhoffte Aufholjagd war eigentlich mit der Heimpleite in Hannover beendet. Jetzt ist sie es definitiv. Die Saison ist gelaufen. Hertha hat jetzt nur noch elf Charakterspiele bis zum Mai. Es geht nur noch darum, die Saison mit Anstand zu beenden.

Für Trainer Stefan Leitl wird das jetzt ein schwieriger Job, die Profis Woche für Woche neu zu motivieren. Vielleicht sollte er nochmal ein Extra-Video von den schlimmsten Szenen des 2:5 in Paderborn vor jedem Spiel zeigen.