Der größte Kaderumbruch von Hertha BSC wurde den Fans schon Ende April bei der Mitgliederversammlung angekündigt. Aus den Worten von Geschäftsführer Dr. Peter Görlich wurden längst Fakten. Elf Spieler sind weg, darunter die drei Topstars Kennet Eichhorn (16), Fabian Reese (28) und Michael Cuisance (26). Bleibt es dabei? Denn Hertha zittert weiter um Torwart Tjark Ernst (23) und Verteidiger Linus Gechter (22).
Hertha hat 23 Millionen durch Transfererlöse, aber...
Mit den Verkäufen von Eichhorn (10 Millionen Euro von Bayer Leverkusen), Reese (8 Millionen vom VfL Wolfsburg) und jetzt Michael Cuisance (5 Millionen von RC Lens) haben die Blau-Weißen ihr Soll mit 23 Millionen bei den Transfererlösen (zwischen 15 und 20 Millionen Euro), die die DFL fordert, übererfüllt.
Eigentlich könnten jetzt die ersten neuen Spieler kommen. Hertha sucht dringend einen Mittelstürmer und einen linken Außenverteidiger. Doch hinter den Kulissen geht es nicht nur um Zugänge, sondern weiterhin um drohende Abgänge. Im Fokus stehen Ernst und Gechter.

Tjark Ernst und der Wolfsburg-Flirt
Tjark Ernst war bis vor zehn Tagen noch in heißen Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg, hatte sich sogar schon das Trainingsgelände in der VW-Stadt angeschaut. Alle rechneten vor einer Woche mit einem Vollzug des Wechsels. Bis heute ist nichts weiter passiert. Für 5 Millionen Euro hätte der Torwart wechseln können.
Genau diese Summe brachte jetzt der Verkauf von Cuisance. Hertha hat keinen finanziellen Druck mehr, den besten Keeper der Zweiten Liga zu verkaufen. Trotzdem wird weiter gezittert, weil Ernst eine Ausstiegsklausel hat und Bundesliga-Klubs wie Borussia Mönchengladbach und der HSV zeigten immer wieder Interesse.
Ernst muss erstmal selbst eine Entscheidung treffen: Unumstrittener Stammplatz bei Hertha BSC in der Zweiten Liga oder vielleicht nur Ersatzmann im Oberhaus? Das bleibt wahrscheinlich die ganze Sommertransferperiode bis Ende August eine Zitterpartie.

Alarm, weil Gechter seinen Berater gewechselt hat
Genau das Gleiche gilt auch Innenverteidiger Linus Gechter, dessen Vertrag nächstes Jahr ausläuft. Gladbach, der italienische Sensationsklub Como 1907 und Samsunspor aus der Türkei jagen den blau-weißen Leistungsträger. In der zentralen Abwehr sind schon Toni Leistner und Jay Brooks nicht mehr da. Jetzt auch noch Gechter weg?


