Das ist wohl das schönste Comeback des Jahres bei Hertha BSC. Nach 17 Monaten Leidenszeit macht Pechvogel Jeremy Dudziak (30) sein erstes Liga-Spiel für die Blau-Weißen. Und der Deutsch-Tunesier brillierte beim 0:0 gegen Schalke o4. Da kam sogar Trainer Stefan Leitl ins Staunen.
„Mit Jerry bin ich super zufrieden. Das habe ich in so einem schweren Spiel gar nicht so erwartet, dass er so viele gute Aktionen gerade in den Zwischenräumen hatte. Er war sehr ballsicher“, schwärmt Leitl.
Dudziak und Leitl hatten schon gemeinsam in Fürth zusammengearbeitet. Der Coach hielt immer an dem Edeltechniker fest, obwohl seine Karriere auf der Kippe stand. Am 10. August 2024 machte der offensive Mittelfeldspieler beim 1:1 in Hamburg sein bisher letztes Spiel.
Hüft-OP, danach zittert Dudziak um seine Karriere
Adduktorenprobleme warfen ihn zurück, im Januar 2025 wurde er schließlich an der Hüfte operiert. Ein Super-GAU für einen Profifußballer, dazu lief sein Vertrag im Sommer 2025 aus.
Dudziak kämpfte sich heran und Leitl setzte sich für ihn ein. Offiziell war er bis Oktober 2025 nur Probespieler. Dann bekam er einen streng leistungsbezogenen Vertrag. Zum Ende der Hinrunde war er dann immerhin schon ständiger Reservespieler auf der Bank.

Jetzt wurde er in der 35. Minute gegen Schalke eingewechselt, weil sich Maurice Krattenmacher verletzte. Dudziak gab auf dem Flügel Vollgas. Und das beeindruckte alle bei Hertha. Leitl: „Es ist ein Bestätigung, dass wir einen Spieler haben, auf den wir zählen können. Jerry hat alles dafür getan, dass er wieder auf dem Feld stehen kann. Von daher hoffen wir, dass es genauso weitergeht für ihn.“
Dudziak: „Wieder dabei zu sein, ist ein sehr gutes Gefühl“
Der gelobte Rückkehrer war glücklich, endlich wieder im Punkspiel zaubern zu können: „Es ist ein sehr gutes Gefühl wieder dabei zu sein.“ Das wird jetzt wieder häufiger passieren. Als Dudziak vor drei Monaten sein erstes Testspiel beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg machte, sagte Leitl: „Jerry kann nochmal ein Faktor bei uns werden.“



