Hertha BSC

Polizeieinsatz, jetzt reden die Hertha-Bosse

Sonntagnachmittag gab Hertha BSC eine Stellungnahme zu dem Pfefferspray-Einsatz der Polizei ab.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Präsident Fabian Drescher, Vizepräsidentin Anne Noske und die beiden Geschäftsführer Ralf Huschen und Dr. Peter Görlich schauten beim Heimspiel gegen Schalke mit Sorge Richtung Ostkurve.
Hertha-Präsident Fabian Drescher, Vizepräsidentin Anne Noske und die beiden Geschäftsführer Ralf Huschen und Dr. Peter Görlich schauten beim Heimspiel gegen Schalke mit Sorge Richtung Ostkurve.imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Darauf hatten viele Hertha-Fans gewartet: Was sagen die Bosse von Hertha BSC zu dem massiven Polizeieinsatz mit Pfefferspray, bei dem 52 Menschen vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 verletzt wurden? Sonntag um 15.15 Uhr gab es das Statement auf der Homepage von Hertha BSC. Und das hat es in sich …

Das Präsidium und die Geschäftsführung bestätigen indirekt, die Beschwerden der Hertha-Fanhilfe über diesen Polizeieinsatz. Auch die Darstellung der Berliner Polizei, dass der Einsatz durch gewalttätige Fans verursacht wurde, wird dagegen nicht bestätigt, sondern vom Verein selbst überprüft.

Hertha sorgt sich über das Verhalten der Polizei

Die ersten Sätze deuten dabei schon einiges an: „Hertha BSC nimmt die Vorkommnisse und das Verhalten der Polizei im Rahmen des gestrigen Heimspiels gegen Schalke mit großer Sorge zur Kenntnis. Die Berliner Polizei hat hierzu eine erste Darstellung veröffentlicht, in der verschiedene Abläufe und Wahrnehmungen geschildert werden. Diese Darstellungen werden wie alle anderen Ausführungen sorgfältig geprüft und in die weitere Einordnung einbezogen.“

Über den massiven Polizeieinsatz mit Pfefferspray am Eingang der Ostkurve machen sich die Hertha-Bosse sorgen.
Über den massiven Polizeieinsatz mit Pfefferspray am Eingang der Ostkurve machen sich die Hertha-Bosse sorgen.imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Es liegt eine grundlegende Skepsis vor. Denn der Klub beobachtet das Verhalten der Polizei bei Heimspielen im Olympiastadion auch schon seit längerem. Weiter heißt es: „In den vergangenen Monaten ist aus unterschiedlichen Perspektiven wiederholt der Eindruck entstanden, dass Einsatzkonzepte und polizeiliche Präsenz von Fans als zunehmend konfrontativ und in der Gesamtheit an Spieltagen, insbesondere am gestrigen Spieltag, nicht mehr durchgängig deeskalierend wahrgenommen worden sind.“

Seit Monaten gibt es Fan-Beschwerden über die Polizei

Damit nicht genug. Denn der Klub sucht wegen der Beschwerden der Fans seit Wochen das Gespräch. „Diese Wahrnehmung teilt auch Hertha BSC und hat entsprechende Beobachtungen wiederholt gegenüber der Polizei adressiert“, so der Klub.

Scheinbar wurde darauf nie reagiert. Hertha sagt in Richtung Politik und Polizei: „Ziel muss es sein, zu einer über viele Jahre bewährten, verhältnismäßigen und deeskalierenden Vorgehensweise – insbesondere mit und in sensiblen Bereichen – zurückzukehren. Ein sicherer, respektvoller und möglichst spannungsfreier Ablauf setzt voraus, dass Vertrauen, Kommunikation und Verhältnismäßigkeit zwischen allen Beteiligten gewahrt bleiben.“