Hertha BSC

Polizeieinsatz, Fanboykott und Hertha spielt nur 0:0 gegen Schalke

Vor dem Heimspiel gegen Schalke gab es Zoff zwischen Polizei und Hertha-Fans. Pfefferspray wurde eingesetzt. 21 Polizisten und 31 Fans verletzt.

Author - Wolfgang Heise
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Deyovaisio Zeefuik von Hertha BSC motiviert die Fans während des Spiels zwischen Hertha BSC und FC Schalke 04.
Deyovaisio Zeefuik von Hertha BSC motiviert die Fans während des Spiels zwischen Hertha BSC und FC Schalke 04.City-Press GmbH Bildagentur

Was für ein Rückrundenstart von Hertha BSC, gut gespielt, trotzdem nur 0:0 gegen Schalke 04. Doch im mit 71.157 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion kam keine Stimmung auf. Vor dem Spiel gab es einen massiven Polizeieinsatz gegen Hertha-Fans, die harte Kern der Anhänger boykottierte daraufhin das Spiel.

Im Vorfeld war die Stimmung zwischen Hertha-Fans und der Polizei gereizt. Wegen Gaffitis auf Zügen hatte die Polizei bei den blau-weißen Sprühern vergangenen Mittwoch Hausdurchsuchungen gemacht. Nach Ansicht der Hertha-Fanhilfe unverhältnismäßig hart bis rechtswidrig. Vor dem Spiel gab es vor und in der Ostkurve weitere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Fanhilfe sprach von „massiver Polizeigewalt, teilweise sogar mit schwerst verletzten Fans“.

Herthas Fanszene verließ aus Protest wegen eines Polizeieinsatzes die Ostkurve und hinterließ die Botschaft: ""ACAB. Die Abkürzung für: All Cops are Bastards
Herthas Fanszene verließ aus Protest wegen eines Polizeieinsatzes die Ostkurve und hinterließ die Botschaft: ""ACAB. Die Abkürzung für: All Cops are BastardsCity-Press GmbH Bildagentur

Die Polizei erklärte nach dem Spiel auf der X-Internet-Plattform: „Am Stadioneingang zur Ostkurve sollen Kollegen nach Beleidigungen von vermummten Fans u.a. mit Absperrgittern beworfen und mit Schlagwerkzeugen attackiert worden sein. Aufgrund der Gewalt- und Bedrohungslage war es zum Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Zuschauender notwendig, Pfefferspray gegen größere Gewalttätergruppen einzusetzen.“

Die Bilanz: 21 Polizisten und 31 Fans verletzt. Die Ermittlungen gegen die gewalttätigen Fans laufen auf Hochtouren.

Fans verlassen nach Polizeieinsatz die Ostkurve

Als das Spiel eine Viertelstunde alt war, verließ der harte Kern der Fanszene aus Protest die Ostkurve. Bemerkenswert dabei war, die Schalker Fans am Marathontor solidarisierten sich, stellten den Support ihres Teams ein und sangen stattdessen: „Alle Bullen sind Sch...!“ Ein Drittel der Hertha-Fankurve war leer und die Stimmung danach im Keller.

Das Spiel verlief dagegen erstmal unaufgeregter. Stammkeeper Tjark Ernst nicht dabei, Kapitän Fabian Reese  nur auf der Bank. Alles wegen der Grippewelle im Team (KURIER berichtete). Dafür spielten Torwart Marius Gersbeck und Maurice Krattenmacher in der Startelf. Konnte das gegen den Spitzenreiter Schalke 04 gutgehen?

Winkler scheitert doppelt an Karius

Die blau-weißen Profs gingen zunächst mit Biss in die Zweikämpfe und hatten nach nur sieben Minuten die erste Torchance. Marten Winkler scheiterte aber  an S04-Keeper Loris Karius.

Nach 32 Minuten musste Reese-Ersatz Krattenmacher verletzt vom Platz, für ihn kam Jeremy Dudziak. Es war sein erstes Spiel nach 17 Monaten Pause wegen einer Hüft-OP.

Hertha war die mutigere Mannschaft, aber belohnte sich. Winkler vergab in der 39. Minute die nächste Chance und so ging es mit einem 0:0 in die Kabine.

Nach der Pause ging es genauso forsch weiter. Doch auch Luca Schuler (59./67.) Michael Cuisance (62.) scheiterten. Doch noch bitterer: Kennet Eichhorn wurde gefoult und musste humpelt mit einem lädierten linken Knöchel ausgewechselt werden (86.).  Hoffentlich ist da nichts Schlimmeres passiert. Das sah nicht gut aus. Am Ende muss sich Hertha mit einem Punkt zufrieden geben, zu viele Torchancen wurden vergeben.