Hertha BSC

Fans klagen Polizei wegen Hausdurchsuchungen an

Die Polizei führte Einsätze gegen Graffiti-Sprüher aus der Hertha-Fanszene durch. Jetzt wehrt sich die Fanhilfe des Klubs  dagegen.

Author - Wolfgang Heise
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Die Polizei überwacht Hertha-Fans beim Gang zum Stadion. Doch jetzt gab es sogar Hausdurchsuchungen.
Die Polizei überwacht Hertha-Fans beim Gang zum Stadion. Doch jetzt gab es sogar Hausdurchsuchungen.IMAGO/O.Behrendt

Was ist denn da los? Wegen Graffiti-Aktionen an zwei Zügen von Hertha-Fans griff die Polizei durch – es gab am 14. Januar in Berlin mehrere Hausdurchsuchungen bei einigen Anhängern. Die Polizei soll bei dem Einsatz unangemessen hart vorgegangen sein. Jetzt schlägt die Fanhilfe von Hertha BSC mit einem Offenen Brief Alarm und klagt die Polizei darin an.

In dem Schreiben heißt es: „Wir sind schockiert und empört darüber, uns einer Polizei gegenüber zu sehen, die zunehmend immer weniger Interesse an rechtmäßiger Arbeit, sondern schlicht an purer Provokation und Eskalation hat. Diesmal wurden rechtsstaatliche Grenzen derart überschritten, dass selbst wir als Fanhilfe überrascht sind.“

Fanhilfe ist wegen Polizeieinsätzen geschockt

Dabei soll es nicht bleiben, Anwälte wurden eingeschaltet. „Für uns ist klar, dass wir dies nicht stillschweigend akzeptieren, sondern vielmehr alle uns möglichen Wege ausschöpfen werden, um diesem rechtswidrigen Verhalten einen Riegel vorzuschieben“, heißt es weiter.

Im Detail gibt es zahlreiche Vorwürfe gegen die Polizei. Die Einsatzkräfte sollen Durchsuchungsbeschlüsse erst nach Betreten der Wohnung gezeigt haben. Dazu sollen auch Zimmer von Familienmitglieder der mutmaßlichen Graffiti-Sprüher durchsucht worden sein.

Hertha-Graffitis gehören zum Berliner Stadtbild, jetzt wurden Züge besprüht und die Polizei ermittelte die Täter.
Hertha-Graffitis gehören zum Berliner Stadtbild, jetzt wurden Züge besprüht und die Polizei ermittelte die Täter.IMAGO/Matthias Koch

Weiter schreibt die Fanhilfe: „Da die Durchsuchungen um 6 Uhr morgens stattfanden, waren zwei Betroffene beim Eintreffen der Beamten noch unbekleidet. Hierauf reagierten diese nicht etwa durch die Wiederherstellung der Privatsphäre, vielmehr wurde das Ankleiden der Personen sogar verweigert und erst nach mehrfachem Insistieren gestattet. Während der Durchsuchung waren die Beamten teilweise durchgängig vermummt und bewaffnet – ein Beamter gar mit einer Maschinenpistole.“

Vorwurf: Mit Maschinenpistole in Wohnung

Die Fanhilfe gibt zu bedenken, das „Hausdurchsuchung immer ein tiefer Eingriff in die Grundrechte von Betroffenen seien. ...in der Praxis wird sie jedoch häufig bezüglich eines der folgenden Delikte durchgeführt: Mord, Totschlag, Kinderpornographie und Drogenhandel. In den geschilderten Fällen ging es jedoch um Sachbeschädigung durch Graffiti an zwei Zügen und einen vermeintlichen Schaden von insgesamt 1.000,00 €. Die Betroffenen waren dabei mehrheitlich jünger als 21 Jahre, einer gar minderjährig.“

Die Fanhilfe des Klubs registriert seit Monaten gehäuft Beschwerden wegen des harten Eingreifens der Polizei. Jetzt landet das Ganze wohl vor Gericht.