Was ist da los?!

Schalke-Trainer Muslic drückt Hertha BSC die Daumen

Hertha träumt vom DFB-Pokal, vor allem aber vom Bundesliga-Aufstieg. Zuspruch bekommen die Blau-Weißen ausgerechnet vom größten Rivalen.

Author - Sebastian Schmitt
Teilen
Schalke-Trainer Miron Muslic applaudiert Hertha BSC und hofft, dass die Blau-Weißen in die Bundesliga aufsteigen.
Schalke-Trainer Miron Muslic applaudiert Hertha BSC und hofft, dass die Blau-Weißen in die Bundesliga aufsteigen.IMAGO/Stefan Brauer/Brauer-Fotoagentur

Berlin fiebert einem großen Pokalabend entgegen. Hertha BSC steht im Viertelfinale, 55.000 Fans sollen das Olympiastadion zum Beben bringen. Während der Traum vom DFB‑Pokal plötzlich greifbar scheint, läuft im Hintergrund die noch größere Sehnsucht weiter: die Rückkehr in die Bundesliga. Und ausgerechnet aus Gelsenkirchen kommt dafür überraschender Rückenwind.

55.000 Fans – Berlin macht sich bereit für den Pokalabend

Der blau‑weiße Pokaltraum lebt. Am Dienstagabend (20.45 Uhr, Sky) empfängt Hertha BSC den SC Freiburg zum Viertelfinale im DFB‑Pokal – ein Spiel, das elektrisiert. „Wir haben echt Lust. 55.000 Zuschauer, Pokal‑Viertelfinale – da können wir beweisen, was wir können“, sagt Stefan Leitl.

Josip Brekalo feierte seinen Debüt für Hertha BSC beim Sieg in Elversberg. Im DFB-Pokal gegen Freiburg bekommt der Flügelflitzer von Trainer Stefan Leitl eine Einsatzgarantie.
Josip Brekalo feierte seinen Debüt für Hertha BSC beim Sieg in Elversberg. Im DFB-Pokal gegen Freiburg bekommt der Flügelflitzer von Trainer Stefan Leitl eine Einsatzgarantie.IMAGO/Jerry Andre

Herthas Cheftrainer weiß, was es braucht, um den Bundesligisten zu ärgern. „Wir sind der Außenseiter“, betont er – und richtet einen klaren Appell an die Fans: „Die Hütte muss brennen, wenn wir eine Chance haben wollen. Dann muss ganz Berlin blau‑weiß sein.“

Leitl fordert: „Die Hütte muss brennen!“

Personell geht Hertha angeschlagen, aber entschlossen in diesen Abend. Neben den Langzeitverletzten Diego Demme, Niklas Kolbe, Maurice Krattenmacher und Kennet Eichhorn fehlt auch Deyovaisio Zeefuik. Bitter. Dafür könnte Marton Dárdai nach seinen Hüftproblemen wieder dabei sein – genauso wie Leon Jensen. Neuzugang Josip Brekalo bekommt von Leitl sogar eine Einsatzgarantie.

Hertha-Juwel Kennet Eichhorn (16) wurde beim Spiel gegen Schalke gefoult und fehlt seitdem wegen einer Sprunggelenksverletzung.
Hertha-Juwel Kennet Eichhorn (16) wurde beim Spiel gegen Schalke gefoult und fehlt seitdem wegen einer Sprunggelenksverletzung.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Klar ist: Pokal ist Pokal. Und Hertha spürt: Hier kann was gehen.

Personalsorgen, aber große Hoffnung bei Hertha

Doch so sehr der Blick auf Freiburg gerichtet ist – der größere Traum liegt woanders. Die Bundesliga‑Rückkehr bleibt seit dem Abstieg 2023 das übergeordnete blau‑weiße Ziel.

Genau dafür bekommt Hertha jetzt überraschenderweise Unterstützung vom vielleicht größten Rivalen. „Hertha BSC“, antwortet Schalke‑Coach Miron Muslic im Phrasenmäher-Podcast wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, wer neben Schalke 04 aufsteigen könnte.

Warum der Schalke‑Coach ausgerechnet Hertha pusht

Muslic begründet seine Wahl ohne Zögern. Hertha habe Qualität, einen starken Kader, mit Stefan Leitl einen hervorragenden Trainer. Und dann gerät der Schalker Coach fast ins Schwärmen: „Und noch mal: Das ist Hertha BSC, Olympiastadion, 70.000. So eine Mannschaft gehört in die Bundesliga.“

Fakt ist: Hertha hat nach dem 3:0 in Elversberg wieder Anschluss an die Spitzengruppe. Schalke tritt im neuen Jahr dagegen auf der Stelle und hat die Tabellenführung jüngst an den SV Darmstadt 98 verloren. Zwei Niederlagen, drei Unentschieden – selbst die Tore von Neuzugang Edin Džeko ändern wenig.

Hertha BSC glaubt an den DFB-Pokal und den Aufstieg

Das direkte Duell zwischen Hertha und Schalke am 17. Januar in Berlin endete 0:0, überschattet von massiven Ausschreitungen und der schweren Sprunggelenksverletzung von Hertha‑Juwel Kennet Eichhorn. Der 16‑Jährige wurde von Schalkes Christian Gomis in der Schlussphase hart gefoult und ist seitdem zum Zuschauen verdammt.

Für manch einen Hertha‑Fan ist das auch der Grund, warum Muslic Hertha lobt. Ob Schalkes Trainer wegen Eichhorns Verletzung ein schlechtes Gewissen hat oder nicht – klar ist nur: Die Worte kommen an. In einer Phase, in der Hertha wieder glaubt. An den Pokal. Und den Aufstieg.