Das Saisonziel Bundesliga-Aufstieg wurde nach dem 2:5 beim SC Paderborn bei Hertha BSC einkassiert. Und trotzdem hat der Klub die Riesenchance auf den Aufstieg. Wie geht denn das? Das junge Frauen-Team könnte drei Jahre nach der Gründung von der Regionalliga in die Zweite Liga aufsteigen. Das Team ist Spitzenreiter und auf Meisterkurs. Die Damen machen es den Herren vor.
Hertha-Boss Drescher sagt Aufstieg der Frauen voraus
Als Präsident Fabian Drescher im Sommer bei der Saisoneröffnung auf dem Olympiapark vor den Herthanern seine Rede hielt, staunte einige nicht schlecht. Drescher ging in die Offensive und sagte: „Vielleicht feiern wir nächstes Jahr gleich zwei Aufstiege. Mit den Männer in die Bundesliga und mit den Frauen in die Zweite Liga.“
Zu dem Zeitpunkt trauten die meisten Fans den Zweitliga-Team von Trainer Stefan Leitl das Ziel eher zu, denn die Frauen-Abteilung war erst zwei Jahre zuvor gegründet. Es ist eine Kooperation mit dem sympathischen Ausbildungsklub Hertha 03 Zehlendorf.
Die Philosophie war von Angang an klar: Da der Klub unter chronischem Geldmangel leidet, gab es keine Hau-Ruck-Aktion, um erfahrene Spielerinnen von anderen Klubs wegzulocken, damit der Aufstieg so schnell wie möglich gelingt. Es wurde ganz bewusst ein junges Team zusammengestellt, das sich gemeinsam entwickeln soll.
Trainer Kurbjuweit teibt die Damen zu Höchstleistungen
In der ersten Saison 2023/24 belegten Herthas Frauen Platz 6 in der drittklassigen Regionalliga-Nordost. Ein Jahr später war es schon der überraschende Platz 2, Meister wurde Viktoria 98 mit zehn Punkten Vorsprung und stieg direkt auf. Bei den Blau-Weißen wurde der Trainer ausgetauscht. Manuel Meisters Vertrag wurde nicht verlängert, für ihn übernahm im Sommer 2025 Tobias Kurbjuweit (43), der Sohn von Ostlegende Lothar Kurbjuweit (75).

Als der gebürtige Thüringer, der vorher nur im Jugend-Männerbereich arbeitete, die ersten drei Trainingseinheiten gemacht hatte, war er begeistert: „Diese Mannschaft ist extrem motiviert und lernwillig. Ich bin sehr zufrieden mit der Aufnahmebereitschaft der Spielerinnen, aber auch damit, was sie körperlich aus sich rausholen.“
Es wurden mit Torhüterin Inga Buchholz (28, von Viktoria) und der ehemaligen Nationalspielerin Jennifer Cramer (32, von Turbine Potsdam) nur zwei erfahrene Spieler geholt. Das Durchschnittsalter des Teams blieb trotzdem bei nur 21 Jahren. Das Konzept ging auf. Denn Stürmerin Elfie Wellhausen (20) trifft wie in der vergangenen Saison am Fließband. 14 Treffer in zwölf Spielen.
Hertha-Frauen: Platz 1 mit nur sieben Gegentor

Nach 13 Spielen sind die Hertha-Frauen mit 32 Punkten Tabellenführer. 10 Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage. Dazu ein sensationelles Torverhältnis: 47:7. Nur sieben Gegentore, das ist Defensivqualität. Der Durchmarsch könnte bis Ende Mai in der Liga klappen. Danach würde es in den Aufstiegsplay-Offs gegen den Meister der Regionalliga Südwest weitergehen.



