Alle wollen Hertha-Wunderkind Kennet Eichhorn (16). Der FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, RB Leipzig pokern um das Jahrhunderttalent von Hertha BSC. Auch Manchester City aus England bietet mit, obwohl der Teenie-Mittelfeldspieler dort nächste Saison gar nicht spielen darf. Warum das? Schuld ist der Brexit. Die Transferregeln der Fifa verbieten einen Wechsel von Minderjährigen auf die Insel.
Fifa-Transferregeln und der Brexit
Fußballprofis im Alter von 16 bis 18 Jahren unterliegen bei internationalen Transfers einem besonderen Schutz. Diese Wechsel sind nicht zulässig. Das regelt der Fifa-Artikel RTSP 19. Doch wie immer gibt es Ausnahmen. Die sind auch genau festgelegt.
Der Absatz 2b des Artikels 19 erlaubt einen Landeswechsel innerhalb der EU oder EWR (dazu gehören zum Beispiel Island und Norwegen), nicht aber Großbritannien - seitdem Brexit 2021.
ManCity will Eichhorn kaufen und in Leverkusen parken
Trotzdem bietet Manchester City beim Eichhorn-Poker weiter mit und will den besten Spieler Europas des Jahrgangs 2009 unbedingt jetzt kaufen. Der Trick: Der Nobel-Klub von der Insel erwirbt nur die Transferrechte, damit ist aber noch kein Wechsel getätigt.
Die Planspiele in Manchester sehen bisher vor, dass Eichhorn sofort weiter an Bayer Leverkusen für eine Saison verliehen wird, dann gibt es nur einen nationalen Transfer eines Minderjährigen und in der Saison 27/28 darf er für ManCity spielen. Dieser Deal müsste dann aber trotzdem von der Fifa per Sondergenehmigung erlaubt werden.

Hertha hofft auf ein weiteres Jahr mit Eichhorn
Ob da Hertha BSC und Eichhorn und seine Eltern mitmachen, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. Variante 2: Eichhorn wird nicht Leihspieler von Leverkusen, sondern von Hertha. Dann könnte er noch eine Saison für die Blau-Weißen spielen und der Klub hätte schon die Millionen. Trainer Stefan Leitl deutete an: „Vielleicht bleibt Kenny noch ein Jahr bei uns.“
Doch ganz unabhängig davon pokern die Bundesliga-Topklubs weiter mit. Momentan hat Borussia Dortmund vor dem FC Bayern die Nase vorn. Die nächsten Wochen bleiben spannend. Nach Eichhorns elegantem Solo-Tor beim 2:1-Heimsieg gegen Fürth hat er den Preis nochmal hochgetrieben.


