WM 2026

Nix Neymar! Ex-Herthaner Cunha ist jetzt Brasiliens Superstar

Rekord-Weltmeister Brasilien vor dem letzten Gruppenspiel gegen Schottland. Neymar bleibt wohl nur Joker, weil ein Ex-Herthaner besser ist.

Author - Wolfgang Heise
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Brasiliens Superstar Neymar sitzt bisher bei der WM nur auf der Bank, dafür glänzt Ex-Herthaner Matheus Cunha in der Selecao.
Brasiliens Superstar Neymar sitzt bisher bei der WM nur auf der Bank, dafür glänzt Ex-Herthaner Matheus Cunha in der Selecao.IMAGO/Grzegorz Wajda

Vor fünf Jahren war Matheus Cunha (27) noch die große Hoffnung von Hertha BSC. Jetzt ist er die große Hoffnung bei Rekordweltmeister Brasilien (5 Titel). Bei der WM 2026 hat er Superstar Neymar (34)  überholt. Was für ein Aufstieg des Ex-Herthaners.

Cunha schießt sich mit zwei WM-Toren in die Startelf

Vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Schottland (Donnerstag, 0 Uhr) spricht vieles dafür, dass Cunha wieder in Brasiliens Startelf steht. Nach seinen zwei Toren beim 3:0 gegen Haiti, wollen ihn Brasiliens Medien wieder von Anfang ansehen. Nicht nur wegen der Tore, sondern auch weil Cunha sehr gut mit den übrigen Offensivkräften Vinicius Junior, Lucas Paqueta und Rayan harmonierte.

Matheus Cunha war beim 3:0-Sieg gegen Haiti der beste Spieler Brasiliens. ER traf doppelt.
Matheus Cunha war beim 3:0-Sieg gegen Haiti der beste Spieler Brasiliens. ER traf doppelt.IMAGO/PHD PRESS

Neymar kämpft um Joker-Comeback

Neymar gilt dagegen nach seiner Wadenverletzung im Mai nur als Schnupperkandidat für einen Kurzeinsatz von der Bank. In den ersten beiden WM-Gruppenspielen Spielen fehlte er noch komplett. Selecao-Trainer Carlo Ancelotti: „Neymar trainiert wieder mit der Mannschaft, er wird für Schottland bereit sein.“ Mehr nicht, es wird wohl nur ein Joker-Comeback nach zwei Jahren Abstinenz in der Zuckerhut-Elf. Cunha in der Startelf und Neymar schaut auf der Bank zu, so schnell geht es im Fußball.

Rückblick: Als Hertha BSC den Brasilianer Ende Januar 2020 von RB Leipzig verpflichtete, überwiesen die Blau-Weißen rund 18 Millionen Euro. In anderthalb Jahren entwickelte sich Cunha zum wichtigsten Offensivspieler der Mannschaft. In 40 Pflichtspielen kam er auf zehn Tore und 13 Vorlagen – Leistungen, die ihm sogar damals seine erste Berufung in die brasilianische Nationalmannschaft einbrachten.

Im August 2021 folgte der nächste Karriereschritt. Hertha brauchte schon damals Geld. Atletico Madrid zahlte rund 30 Millionen Euro für den Angreifer. Für Hertha war es damals der teuerste Verkauf der Vereinsgeschichte. Danach ging Cunhas Karriere erst richtig los.

Matheus Cunha zauberte anderthalb Jahre bei Hertha BSC, Im Sommer 2021 musste der Brasilianer wegen Geldmangel des Klubs verkauft werden.
Matheus Cunha zauberte anderthalb Jahre bei Hertha BSC, Im Sommer 2021 musste der Brasilianer wegen Geldmangel des Klubs verkauft werden.Imago/Tilo Wiedensohler

Nach Hertha startete Cunha erst richtig durch

Bei Atletico sammelte er Champions-League-Erfahrung und wechselte Anfang 2023 zunächst auf Leihbasis zu den Wolverhampton Wanderers. Die Engländer waren von seinen Qualitäten so überzeugt, dass sie den Brasilianer wenig später dauerhaft verpflichteten. Die Ablöse lag bei rund 50 Millionen Euro.

In der Premier League gelang Cunha schließlich der endgültige Durchbruch. Seine Leistungen machten ihn zu einem der begehrtesten Angreifer Englands. Im Sommer 2025 griff Manchester United zu und zog eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 74,2 Millionen Euro. Damit wurde aus dem ehemaligen Herthaner ein Spieler, für den im Laufe seiner Karriere bereits Ablösesummen von weit über 170 Millionen Euro gezahlt wurden.

Bei der WM 2022 war Cunha nur Ergänzungsspieler

Besonders bemerkenswert ist dabei der Blick zurück auf die  WM 2022. Dort spielte Cunha noch eine Nebenrolle. Neymar war damals der unangefochtene Superstar der Seleçao, Gesicht der Mannschaft und die zentrale Figur in Brasiliens Offensivspiel. Cunha kam dagegen lediglich zu einem Teileinsatz und stand klar im Schatten des Nationalhelden.

Vier Jahre später hat sich die Hierarchie verschoben. Vor dem Schottland-Spiel wird in Brasilien nicht darüber diskutiert, wann Neymar wieder Stammspieler wird. Diskutiert wird vielmehr, ob Nationaltrainer Carlo Ancelotti einen formstarken Matheus Cunha nach dessen Gala gegen Haiti überhaupt wieder aus der Startelf nehmen kann.