Aufstiegsrelegation

Hertha BSC: Selten hat sich eine Heimniederlage so gut angefühlt

Auf das Unwetter über Berlin folgt eine Aufstiegsparty der Frauen von Hertha BSC. Die kann wird durch die Niederlage gegen Saarbrücken nicht verhindert.

Author - Christian Kattner
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Die Frauen von Hertha BSC feierten am Sonntag den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Die Frauen von Hertha BSC feierten am Sonntag den Aufstieg in die 2. Bundesliga.nordphoto/Imago

Was mit einem Unwetter und mit einem verspäteten Einlass begann, endete am Sonntagnachmittag mit einem Aufstieg. Im Olympiapark haben die Frauen von Hertha BSC die Mission Aufstieg erfüllt. Nach einer starken Saison krönen die Blau-Weißen ihre Arbeit mit dem Sprung in die 2. Bundesliga und feierten das ausgelassen auf dem Rasen.

Stefan Leitl sitzt auf der Tribüne

Vor 4203 Zuschauern, darunter auch Männertrainer Stefan Leitl und Präsident Fabian Drescher, unterlag das Team von Trainer Tobias Kurbjuweit im Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Saarbrücken zwar mit 2:3 im ausverkauften Stadion auf dem Wurfplatz. Der Vorsprung aus dem Hinspiel war allerdings groß genug: Nach dem 4:1-Erfolg im Saarland gab es am Ende keinen Zweifel mehr. Hertha steigt auf!

Männertrainer Stefan Leitl (2.v.r.) saß beim Rückspiel der Frauenmannschaft auf der Tribüne.
Männertrainer Stefan Leitl (2.v.r.) saß beim Rückspiel der Frauenmannschaft auf der Tribüne.nordphoto/Imago

Dabei erwischten die Berlinerinnen einen Start, den sich wohl niemand besser hätte ausdenken können. Neun Sekunden. Mehr brauchte Elfie Wellhausen nicht, um die Hertha-Frauen mit 1:0 in Führung zu bringen. Nach einer Balleroberung schalteten die Herthanerinnen blitzschnell um, Wellhausen blieb vor dem Tor eiskalt und hob den Ball ins Netz. Ein Traumstart, der das Stadion sofort zum Beben brachte.

Und fast wäre es direkt weitergegangen. Nach nicht einmal drei Minuten lag der Ball erneut im Saarbrücker Tor. Doch der Treffer von Johanna Seifert zählte wegen Abseits nicht. Die Gäste aus dem Saarland ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Saarbrücken kämpfte sich zurück ins Spiel und kam nach einer Ecke zum Ausgleich. Yara Volpert traf in der zwölften Minute mit einem satten Schuss zum 1:1.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Hertha hatte Chancen durch Lotte Reimold und Wellhausen, doch Saarbrückens Torhüterin Nora Clausen war immer wieder zur Stelle. Auf der anderen Seite musste auch Hertha-Keeperin Inga Buchholz mehrfach eingreifen. Zur Pause blieb es beim 1:1.

Doch Hertha hatte weiter alles im Griff. Nach dem Seitenwechsel drückten die Berlinerinnen erneut auf die Führung. Reimold hatte gleich die nächste Möglichkeit, doch wieder verhinderte Clausen einen Treffer. Kurz darauf musste Buchholz mit einer starken Parade nach einem Standard retten.

Später Treffer der Gäste spielen keine Rolle mehr

Saarbrücken warf alles nach vorne. Die Gäste wussten: Sie brauchten Tore. Doch Hertha hielt dagegen, kämpfte um jeden Ball und ließ sich den großen Traum nicht mehr nehmen. Und dann kam wieder Wellhausen. Sieben Minuten vor dem Ende sorgte sie mit ihrem Treffer zum 2:1 für die endgültige Entscheidung. Daran konnten auch der Ausgleich und das Gegentor, das in der vierten Minute der Nachspielzeit die 2:3-Niederlage besiegelte, nichts mehr ändern.

Kurz danach folgte der Abpfiff und ließ bei Hertha BSC alle Dämme brechen. Spielerinnen, Trainerteam und Fans feierten gemeinsam einen Moment, der in die Geschichte des Vereins eingeht. Im dritten Jahr nach dem Start der neuen Frauenmannschaft gelingt Hertha der Sprung in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands.