Der Poker ist beendet. Hertha-Wunderkind Kennet Eichhorn (16) hat bei Bundesligist Bayer Leverkusen bis 2031 unterschrieben. Ein großer Schritt für das Ausnahmetalent mit ganz viel Wehmut. So emotional spricht Eichhorn über seinen Abschied bei Hertha BSC.
„Der Abschied fällt mir alles andere als leicht“
Kenny sagt „Danke“, er sagt „geprägt“ – und er sagt vor allem eines: Dieser Abschied tut weh. Kennet „Kenny“ Eichhorn (16). „Der Abschied fällt mir alles andere als leicht.“ Es ist der Satz, der hängen bleibt. Nach neun Jahren im Verein. Seit 2017. Von der U9 bis zu den Profis in der vergangenen Saison. Nur eine Saison machte er alle Hertha-Fans glücklich – und sich selbst.
In den Geschichtsbüchern des Klubs hat das Megatalent seine Einträge. Jüngster Debütant der Hertha-Historie im August 2025. 19 Einsätze in der Saison 2025/26. Zwei Tore. Und beide mit Rekordwert: jüngster Torschütze im Pokal, jüngster Torschütze in der Liga.

Eichhorn: „Mein Traum wurde wahr“
„Ich konnte hier wachsen und meinen Traum wahr werden lassen, alle haben mich bei Hertha unterstützt“, sagt Eichhorn. Und zählt dann auf, was bleibt: sein erstes Profispiel – im Olympiastadion beim 0:0 gegen Karlsruhe im August 2025. Sein erstes Tor beim 6:1-Pokalsieg gegen Kaiserslautern im Dezember, sein erster Liga-Treffer am 33. Spieltag beim 2:1 gegen Fürth. „Momente, die sich eingebrannt haben“, sagt Eichhorn.
Das ist keine Standard-Verabschiedung. Eichhorn bedankt sich ausführlich – bei Trainern, Mitspielern, Mitarbeitern. „Alle haben mich begleitet und an mich geglaubt.“ Doch der junge Kerl ist im Kopf so aufgeräumt, er sprach auch sofort über seinen Karriereplan jetzt in Leverkusen.

„Leverkusen ist die beste Lösung für mich“
„Ich habe mich für die aus meiner Sicht beste Lösung entschieden. Es ist ein Verein, der viele junge Spieler zu Top-Profis entwickelt hat“, sagt er. Genau das ist der Punkt. Genau das sucht er.
Die Gespräche seien „wirklich sehr gut“ gewesen. Die ersten gab es übrigens schon vor einem Jahr mit Bayer. Der finale Austausch fand dann mit Bayers neuem Trainer Carles Martínez. statt. Fußballerisch habe es „große Übereinstimmung“ gegeben.
Welpenschutz, Eingewöhnung und Geduld, davon ist bei diesem Ausnahmetalent nicht die Rede. Er soll bei Bayer sofort in die Stammelf kommen. „Ich werde alles einsetzen, um hier einen ähnlichen Weg zu gehen, wie andere junge Spieler. Meine Freude ist riesig“, sagt er über den neuen Klub.
„Hertha bleibt ein Teil meines Lebens“
In Berlin bleibt Stolz – und die Lücke. Sportdirektor Benjamin Weber nennt ihn „hochtalentiert“, spricht von einer „großartigen Entwicklung“. Und davon, dass man ihn „natürlich gerne“ behalten hätte.



