Der Poker um Kennet Eichhorn (16) ist beendet. Das Wunderkind von Hertha BSC wechselt für rund 10 Millionen Euro Ablöse zu Bayer Leverkusen. Den Verkauf vermeldete Sky Sport am Mittwochmittag. Der junge Mittelfeldspieler soll einen Vertrag bis 2031 unterschreiben. Eichhorn weg, was passiert jetzt bei Hertha?
Leverkusen sticht RB Leipzig beim Eichhorn-Poker aus
Doch erst mal zurück zu Eichhorn. Die letzten Meldungen deuteten alle auf Leverkusen hin. Der größte Konkurrent, der FC Liverpool, war aus dem Rennen um das Jahrhunderttalent ausgestiegen. RB Leipzig und Borussia Dortmund machten sich noch vage Hoffnungen. Doch die Tendenz war klar. Laut Bild hatte sich Bayers neuer Coach Carles Martinez bereits mit Eichhorn in Berlin getroffen. Auch Eichhorn selbst schaute sich schon das Vereinsgelände in Leverkusen an.

Die Frist für die Ausstiegsklausel mit einer Ablöse von zehn bis zwölf Millionen Euro wäre nächsten Montag abgelaufen. Jetzt kassiert Hertha rund 10 Millionen Euro und Eichhorn selbst noch mal 10 Millionen Handgeld. Hätte der Deal nicht geklappt, wäre der Preis für Eichhorn wieder frei verhandelbar. Das wäre eigentlich besser für Hertha gewesen …
Eichhorn-Verkauf saniert nur Hertha, mehr nicht
Denn die Auswirkungen des jetzigen Verkaufs mit Ausstiegsklausel für Eichhorn sind für den Verein eher überschaubar. Wegen des Sparzwangs und der DFL-Auflage von einem Transfergewinn in Höhe von rund 15 Millionen Euro kann der Klub von der Eichhorn-Kohle gar keine neuen Spieler kaufen. Das ist die brutale Realität: Eichhorn saniert den Klub, genau wie vor einem Jahr der Verkauf von Ibo Maza für zwölf Millionen Euro an Leverkusen.
Zunächst einmal hat Hertha einen Spieler von der Gehaltsliste runter, der bisher rund 800.000 Euro im Jahr verdient hat. Der eingesparte Lohn kann für einen ablösefreien und ausgeliehenen Spieler ausgegeben werden. Mehr aber auch wirklich nicht.

Wer ersetzt Eichhorn im Hertha-Mittelfeld?
Der sportliche Verlust wiegt dafür aber schwerer. Trainer Stefan Leitl verliert nicht nur einen Unterschiedsspieler, sondern einen Profi auf einer wichtigen zentralen Position. Wer soll für Eichhorn in der neuen Saison auf der Sechs spielen? Kandidaten gibt es viele, aber keine Ideallösung.



