Seit dem 5. Januar ist die Winterpause beim BFC Dynamo vorbei. Aber seitdem wäre es für Trainer Sven Körner (43) fast einfacher gewesen, seine Jungs auf Winter-Olympia vorzubereiten als auf Teil zwei der Regionalliga-Saison 2025/26.
Spielstätten, Trainingsplätze - verschneit, gefroren, überwiegend gesperrt. Auch das für Sonntag beim ZFC Meuselwitz angesetzte Punktspiel ist abgesagt. Fußball? Kaum möglich!
Auch Meuselwitz-Spiel abgesagt
Testspiele - wenn überhaupt - sind nur auf Kunstrasen drin. Körner nach vier Wochen Kicker-Ausnahmezustand: „Wir waren in der Zeit nur siebenmal draußen auf dem Platz. Das sagt alles.“

Aber was soll man machen? Die Spieler jeden Tag nur laufen oder gar das Training einfach ausfallen zu lassen? Keine Option. Dabei hat Dynamo noch Glück. Das Sportforum als Trainingsstätte bietet Möglichkeiten, die andere Mannschaften so nicht haben. Da kann man schon mal – wie an den ersten drei Tagen dieser Woche – wenigstens in der Halle üben. Aber auf Dauer ist das auch nicht die Lösung.
Boxer üben mit BFC Dynamo
Wie kriegt man die Jungs trotzdem fit und hält sie auch bei Laune? Da bleibt nur eines: Man muss improvisieren. Und darin ist der BFC im Gegensatz zum aktuellen Tabellenplatz 15 schon mal echt Spitze! Beispiele gefällig? Bitte schön!
Zweimal schlüpften die Weinrot-Weißen aus Hohenschönhausen im Boxtempel in Weißensee unter. So ein Krafttraining wie in der Lehderstraße unter Anleitung der Faustkampf-Profis war für viele eine ganz neue Herausforderung. Dazu Beweglichkeits-Übungen, sogar die eine oder andere Runde im Ring. Perfekte Abwechslung.
Daniel Haas gibt den Showmaster
Die kann man sich auch - die entsprechende Idee vorausgesetzt - „zu Hause“, im Presseraum und der Arena im Steinhaus im Sportforum, verschaffen. Willkommen bei „Schlag den Haas“. Angelehnt an die beliebte TV-Show von Stefan Raab (59).

Überragend als Showmaster: Daniel Haas (42). Der Torwarttrainer schmiss sich für die Rolle sogar richtig in Schale. Inklusive Fliege. Und so ging's: zwei Teams a 14 Mann, 20 Spiele, wie beim Elferschießen musste jeder mal ran, erst als alle durch waren, durfte man noch mal.

Für jede Menge Gaudi durfte es dann auch ganz einfach sein: Luftballon-Wett-Aufpusten, „blind“ neun Getränke erschmecken, Ein-Liter-Wasserflasche auf Zeit exen, wie einst bei den „Montagsmalern“ einen Begriff so aufzeichnen, dass der Teampartner ihn errät. Oder auch Tischtennis, Bier-Pong, Allgemeinwissen-Duell, Flaggen-Quiz und, und, und. Chefcoach Körner: „Für das Teambuilding war das großartig.“
Wer seinen Bus liebt, der schiebt ...

Aber auch eine ungeplante Einheit bringt Kraft: Nach dem 3:1 im Test bei Brandenburgligist MSV Neuruppin hatte sich der Bus auf dem eisigen Untergrund festgefahren. Also alle Mann raus und schieben.


