Ohne Fleisch, nur mit Fleisch oder ganz extrem – Ernährungsformen gibt es viele. Der KURIER stellt fünf vor. Foto: imago images/Shotshop

Gesünder leben. Gesünder essen. Deutschland krempelt sein Leben um. Oder zumindest seine Essgewohnheiten. Immerhin jagt seit einigen Jahren ein Food-Trend den nächsten. Während einige schnell wieder verschwinden, überleben andere länger. Fakt ist: Hier findet jeder seine Favoriten. Der KURIER stellt fünf Ernährungsformen genauer vor.

Flexitarier: Die flexiblen Vegetarier

Flexitarier sind flexible Vegetarier, die ihren Fleischkonsum bewusst einschränken und möglichst wenig, nur selten und nur in sehr guter Qualität Fleisch essen. Eine äußerst sinnvolle und gesunde Form der Ernährung – essen wir in Deutschland doch im Schnitt eh viel zu viel Fleisch. Doch wir sind auf dem Weg der Besserung, zumindest wenn man der Statistik trauen kann: 12 Prozent der Bevölkerung zählen sich mittlerweile zu den Flexitariern. Sie lehnen die Massentierhaltung ab, möchten die Umwelt schützen, ihre Gesundheit fördern und trotzdem nicht ganz auf Fleisch verzichten.

Lesen Sie auch: Sechs Tipps für gesünderes Snacken nebenbei >>

Clean Eating: Eine saubere Sache

Clean Eating klingt in seinem Grundprinzip nach einer richtig simplen Sache: Man meidet nicht nur verarbeitete Lebensmittel und Produkte mit künstlichen Zusätzen, sondern versucht, so einfach wie möglich und so frisch wie möglich zu essen. Leere Kalorien wie Weißmehl oder Zucker sollte man vermeiden. Das gilt auch für zuckerhaltige Getränke. Also kein aufwendiges Kochen und Zubereiten – ideal in einer Gesellschaft, die unter chronischem Zeitmangel leidet. Aber: Fastfood fällt aus. Normale Süßigkeiten auch. Genau wie Alkohol. Clean Eating heißt es gibt zum Beispiel eine Banane und ein Apfel statt eines Smoothies. Wenn Sie also vorwiegend selbst kochen, Bio-Lebensmittel einkaufen, Vollkornprodukte bevorzugen und Zucker meiden, sieht das schon sehr nach Clean Eating aus. Raus sind hingegen die allermeisten Fertig-Essen: Bei Brotcrackern angefangen bis hin zur – na klar – Tiefkühlpizza sowieso. Auch auswärts essen ist oft schwer.

Lesen Sie auch: So enttarnen Sie ungesunde Lebensmittel schon beim Einkauf >>

Detox: Einmal entgiften, bitte!

Wer sich nach dem Detox-Prinzip ernährt, will den eigenen Körper reinigen und entgiften. Dabei verzichtet man auf verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Weißmehl, Gluten oder Hefe. Oft sind Detox-Kuren reine Saftkuren, die über einige Tage durchgeführt werden. Sie können durch begleitende Anwendungen wie Massagen und Bäder ergänzt werden. Viele Anbieter werben zum Beispiel mit entgiftenden Pflastern, die man sich unter die Füße klebt. Das Ziel: Der Körper baut schädliche Substanzen wie Alkohol, Medikamente oder Umweltgifte ab. Experten warnen jedoch: „Ein gesunder menschlicher Körper kann sich selbst reinigen, indem er unerwünschte Stoffe über Leber, Nieren, Darm, Haut und die Atmung ausscheidet“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Lesen Sie auch: Schluck für Schluck: So denken Sie ans Trinken >>

Frutarier: Jetzt wird es ganz extrem

Ob das gesund ist, darüber muss man nun wirklich nicht streiten. Zumindest wenn es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema gesunde und ausgewogene Ernährung geht, tun sich Frutarier sicherlich nicht viel Gutes. Denn sie essen nur, wofür kein Tier und keine Pflanze sterben mussten. Oder anders herum: Sie essen Obst, dass von allein vom Baum gefallen ist. Erlaubt sind auch Nüsse und Gemüsefrüchte wie Tomaten, Kürbisse, Paprika, Zucchini oder Avocado und Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen) sowie Getreide (Brot, Nudeln, Reis, Hirse, Mais), da die Pflanzen, nachdem die Samen ausgereift sind, von selbst sterben. Es gilt das Prinzip „Leben und leben lassen“.

Paleo: Früher gut – heute gut?

Essen wie in der Steinzeit – genau das versuchen Menschen, die sich nach dem Paleo-Prinzip ernähren. Die Idee dahinter: Was unseren Vorfahren gut getan hat, kann heute nicht schlecht sein. Aber hat es unseren Vorfahren wirklich gut getan? Die Paleo-Ernährung orientiert sich an den in der Steinzeit vermeintlich verfügbaren Lebensmitteln: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse. Auf andere Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker oder Milch und Milchprodukte, wird dagegen komplett verzichtet. „Der tägliche hohe Verzehr tierischer Lebensmittel ist unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten kritisch zu sehen“, bemerkt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Und: Der völlige Verzicht auf Lebensmittel wie Getreideprodukte (Lieferanten für Ballaststoffe und B-Vitamine), Hülsenfrüchte (hochwertige Proteinquellen, Ballaststoffe, B-Vitamine) und Milchprodukte (wichtige Quellen für Calcium, Jod, Riboflavin) kann langfristig möglichweise zu einem Nährstoffmangel führen.